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slueart

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Über slueart

Meine Motivation zum Wandern ist vielschichtig, der Einfachheit und der Mehrdeutigkeit wegen schließe ich mich einigen Denkern an, deren weise Worte zum Thema Wandern mich begleiten.
„Der Wanderer wandert nicht um ein bestimmtes Ziel auf dem schnellsten Wege
zu erreichen, sondern er wandert um des Wanderns willen“ wusste schon Hans Jürgen von der Wense.
Nur wo man zu Fuß war, sei man auch wirklich gewesen, befand bereits der bekanntlich gut herumgekommene Goethe und Friedrich Nietzsche empfahl, keinem Gedanken zu trauen, „der nicht im Freien geboren ist und bei freier Bewegung“.
Viele meiner Touren sind Heimat-Touren, das Landkartennetz im Kopf verdichtet sich: „Wie glücklich der, welcher sagen kann: Es gibt gewiss viel Grösseres und Schöneres in der Natur, dies aber ist mir innig und vertraut, blutsverwandt, ja noch mehr.“ (Wense)
Und vergessen wir nicht, dass Wandern allen Diktaturen verpönt und verdächtig erscheint, weil es unabhängig und frei ist!
Wandern macht anarchisch – wenn nicht gar anarchistisch.
(Zitate: kunstforum.de/artikel/nur-narr-nur-dichter-nur-wanderer)Neue Collection:
komoot.de/collection/983254/-2020-07-20-29-breaking-corona-g-k-alaska-in-deutschland-werden-edersee-251km-6000hm

Distanz

3 396 km

Zeit in Bewegung

627:42 Std

Letzte Aktivitäten
  1. slueart und KC waren wandern.

    vor 5 Tagen

    04:36
    22,4 km
    4,9 km/h
    490 m
    570 m
    slueart, KC und 29 anderen gefällt das.
    1. slueart

      2020-09-25 Breaking Corona 9 G&K
      Neviges-Werden 23km/550hm
      (Nun, da einige wohlmeinende Leserinnen meiner letzten Tourbeschreibung meinten, da habe ich aber doch ein wenig zu tief ins Schwadroniertöpfchen gegriffen, fasse ich mich hier ein wenig kürzer.)Mittags brechen wir dieses Mal erst auf, da ich zuvor noch zur Arbeit muss.Von Neviges nach Werden ist eigentlich eine altbekannte Verbindung, heute aber ist die Route anders gestrickt, wir folgen weite Strecken dem sehr reizvollen Wanderweg Raute sieben, der sich oft mit dem NLST und dem Bergischen Steig die Wegführung teilt.Besondere Höhepunkte an diesem Tag sind die weiten Blicke von den Nevigeser und Langenberger Höhen; zudem bietet die klare Luft bei aller dramatischen Wolkenbildung heute unbekannte Fernsichten bis weit ins Ruhrgebiet hinein.Besonders attraktiv sind die Wiesen- und Waldwege hinter dem Örkhof in Richtung Deilbachtal. Um ihretwillen ist die Wegführung so geplant; wir schlagen aber anschließend einen spitzen Haken kurz vor der Ankunft im Deilbachtal und folgen wieder einmal einem uns noch unbekannten Pfad, der einem mittlerweile vernachlässigtem MTB-Trail folgt. Recht steil geht es dabei bergan, durch Buchenwald, Ilex und mitten durch ein dicht bewachsenes Farngebiet.In der Nähe der Wallmicher Straße, schon fast auf Tuchfühlung mit dem Langenberger Stadtgebiet, queren wir ein äußerst wildes, wenn auch überschaubares Waldstück, in dem der Boden teilweise dicht mit noch grünen Nadeln bedeckt ist.
      Ein eindeutiges Zeichen für die Entstehung des nächsten "Gespensterwaldes": Auch dieser Nadelwald ist Opfer der Trockenheit des dritten wasserarmen Sommers in Folge geworden.
      Hespertal und Rosenbachtal begegnen uns reizvoll wie immer und bei Anbruch der Dunkelheit sitzen wir zufrieden in unserem Lieblingswanderlokal Hoi Ngo in Werden.Gesehen bei Heidhausen:
      "Der große, walzen- bis eiförmige Hut des Schopf-Tintlings wird bis zu 25 Zentimeter hoch. Wenn er altert, rollt sich der Hut während des „Zerfließens“ auf und wird schwarz. Diesen Pilz findet man vom Frühsommer bis zum Spätherbst an stickstoffreichen Stellen wie Auffüll und Schuttplätzen, Acker-, Straßen- und Wegrändern in Gärten oder auf Fettwiesen. Der Schopf-Tintling ist aufgrund seines zarten Fleisches ein beliebter Speisepilz. Vorsicht jedoch vor alten Exemplaren. Sie lösen sich innerhalb weniger Stunden auf und sind dann ungenießbar."
      (nabu.de/tiere-und-pflanzen/sonstige-arten/pilze-flechten-moose/artenportraets/arten.html)
      Gute Laune, bestes Wanderwetter, freundschaftliche Gespräche, eine sehr reizvolle Streckenführung (abgesehen von den Kilometerchen auf der Landstraße) und zwei neue Wanderhemden.Was will der Mensch mehr?Bedankt für den schönen Tag.

      • vor 4 Tagen

  2. slueart, Saskia und 56 anderen gefällt das.
    1. slueart

      2020-09-20: Burgaltendorf (BAD)-Nierenhof-Kupferdreh-Runde; 32km/500hm
      Mottotag „Tag des Waldes“ und Abstecher zur Kunstspur in Kupferdreh
      Breaking Corona (Silent) Walk Alone 11
      (Leider tauchen die Photos auf der Strecke wieder rund 200 Meter zu spät auf.)
      Lange Strecken zu wandern ist ein besonders feines Erlebnis.
      Aber wie lässt sich Genusswandern mit langen Streckenwanderungen vereinbaren?
      Ohne die sportliche Note aus dem Blick zu verlieren, liebe ich doch vor allem das Genusswandern; welches viele Augen-Blicke im wahrsten Sinne des Wortes einschließt und von den meditativen Pausen an ausgesuchten Orten, begleitet von ertragreichen Photostops und kleineren, manchmal abenteuerlichen Exkursionen in individuelles Neuland, lebt und seine Reize erfährt.
      Nun, dazu brauche ich Zeit.Aktuell sind gute 30 Kilometer mit Pausen geplant, also breche ich zu der sonntäglich halbwegs verträglichen Zeit gegen acht Uhr auf, um dann zehn Stunden unterwegs zu sein.
      In Erwartung der Vorhersage, dass die Temperaturen heute fast an der Dreißiggradmarke kratzen sollen, laufe ich in meinem neuen und ersten atmungsaktivem „Wanderhemd“ los; die morgendliche Kälte beißt mir ins unerweckte Fell.
      Der Zeitpunkt erweist sich als gut gewählt: Als ich an der Ruhr eintreffe, treibt die aufgehende Sonne die Nebelschwaden stimmungsvoll aus dem Wasser; der Kormoran breitet seine Flügel zum Trocknen der frühen Wärme entgegen und der erste Reiher des Tages steht malerisch verschwommen im milchigen Dunst auf dem Basalt einer Buhne.
      Mit einem beeindruckenden Spektakel erhebt sich ein Schwarm Kanadagänse von der Frühstückswiese und zieht über die Ruhr und mich hinweg.
      Von meiner Vorstellung einer einsamen Wanderung in der Frühe muss ich mich allerdings in Flussnähe sofort verabschieden; die sportliche Betätigung am Sonntagmorgen ist nicht mein Alleinstellungsmerkmal unter den vielen Männern, die auf ihren Rädern an mir vorbeisausen.
      Der schmale Waldpfad abseits der Ruhr, dem ich bald folge, liegt dagegen einsam in der morgendlichen Sonne unter dem von alten, aufgelassenen Steinbrüchen geprägten Waldhang.
      Auch im Wald oberhalb, der Siebener-Raute folgend, treffe ich keinen Menschen. Der Buchenwald mit großem Ilex-Bestand sieht hier einigermaßen vital aus, heute am „Tag des Waldes 2020“ will ich ein besonderes Augenmerk auf den Zustand „unserer Wälder“ legen.
      Schnell steige ich den von Ilex dominierten Hang hinauf, oben am Wasserturm, den ich schweißnass erreiche, erhellen die ersten „Endos“ (Glückshormone, körpereigen) mein Gemüt und ich begrüße jauchzend (echt jetzt, aber nur einmal kurz) die sonnige Aussicht.
      Erste Pause auf der mittleren der drei liebevoll gestalteten Privatbänke.
      Sicht übers Land, wärmende Sonne im nassen Nacken.
      Frühstück.
      Weiter der Siebener-Raute folgend, gelange ich über den Wanderweg, der weiter unten am Hang zugleich ein stark ausgefahrener MTB-Trail wird, zur evangelischen Kirche von Nierenhof.
      Auf der großen Wiese beginnt gerade ein Freiluft-Gottesdienst.
      Alle Menschen tragen Maske.
      Ich schlängele mich abstandsweise schnell hindurch.
      Hinter Nierenhof biege ich an der Radel-Raststätte von der Fahrradtrasse am Deilbach ab und folge erstmalig dem schmalen Pfad am Bach entlang.
      Das stand auf meiner Wander-Entdeckungs-Agenda schon lange Zeit recht weit oben; dieses kleine Waldgebiet, zwischen Deilbach und Kupferdreher Straße gelegen, ist von mir noch unerforscht.
      Zwar weiß ich bald, dass ich früher oder später nach rechts den Hang hinauf abbiegen muss, auch schweigt das sluepad (Komoot) im Rucksack irgendwann verdächtig, aber der immer weiter zugewucherte Restpfad lockt meine Neugierde und so schlage ich mich oberhalb des Baches querwaldein vorwärts in Richtung Alte Ziegelei, deren Rückseite hinter dem Zaun ich als zu entdeckenden Ort ebenfalls schon seit geraumer Zeit auf dem Schirm habe.
      ("Die Tour liegt in 250 Metern hinter dir." spricht der Rucksack.)
      Viele kleine und auch mächtig große Steinplatten lagern hier im Waldgebiet, ein Baum hält eine Steinplatte wachsend umschlungen.
      Ich passiere den Hinterausgang der Ziegelei, wo eine ehemals stärker frequentierte Teerstraße, die von vergangener Aktivität zeugt, mich bis an ein mir bekanntes Tor am Voßnacker Weg führt.
      Offensichtlich an der Vorderseite des Tores, das sich rückwärtig unkompliziert umgehen lässt, sind dann auch die unvermeidlichen Warn- und Verbotsschilder angebracht.
      Schön, dass ich von der anderen Seite komme.
      Habe ich das Gebiet auch mal erkundet.Über den Voßnacker Weg geht es den Hügel hinauf, das sich langsam drehende Windrad lasse ich links liegen und folge der Kupferdreher Straße erstmalig von hier aus nach Westen, das luftige Spiel der Bussarde erfreut mich dabei.
      Nach einem guten Kilometer durch bislang unbekanntes Gebiet erreiche ich einen Knotenpunkt; viele Wanderwege kreuzen sich im Eickelbachtal.
      Staunend stellen ein kleines Mädchen und seine Großmutter fest, dass der Rucksack des „Wandersmannes“, so erläutert die Dame der Enkelin mein Erscheinen, wegweisend spricht.Dem „K“ und dem NLST folgend überquere ich den stocktrockenen Eickelbach. Der kleine Bach ist ebenso ausgedörrt wie kurz darauf der Asbach.
      Auch die mit Felsblöcken ausgelegte Querung über den Rottberger Bach, die ich schon häufig als tiefes und breites Schlammloch erlebt habe, ist furztrocken.
      Kurz folge ich dem falschen Weg weiter gen Westen, da Komoot immer etwas spät reagiert, so wie sich auch die Photos rund 200 Meter zu spät in die gespeicherte Strecke einfügen. Dass ich hier hätte weiterlaufen können, erschließt sich mir erst im Nachgang.Das nächste avisierte Ziel ist die Kruppsche Nachtscheinanlage, die zwar als Highlight ausgewiesen ist, die ich bisher aber noch nie entdeckt habe.
      (Die Kruppsche Nachtscheinanlage war eine Attrappe der Essener Krupp-Gussstahlfabrik, die als Scheinanlage in der Nähe Velberts während des Zweiten Weltkriegs, genauer im Zeitraum 1941–1944, alliierte Luftangriffe auf sich ziehen und so vom tatsächlichen Produktionsstandort der damals sogenannten Waffenschmiede des Deutschen Reiches ablenken sollte. Diese Anlage wurde in der Bevölkerung auch Scheindorf genannt.
      Quelle:de.wikipedia.org/wiki/Kruppsche_Nachtscheinanlage)
      Ein wenig unentschlossen dümpele ich erfolglos auf dem landwirtschaftlichen Gelände herum, bis mich ein junger Mann freundlich feixend (Ich bin wohl nicht der erste Suchende) anspricht und mir verrät, wo sich der Bunker befindet.
      Zwischen Salatbeeten, Kürbisranken und diversem Unrat steht der Bunker, der wohl nur zu bestimmten Zeiten erläuternd bespielt wird, äußerst trist in der Gegend.
      Den hier beheimateten alten Ziegenbock neckend, verlasse ich das unwirtliche Anwesen und laufe längst der Autobahn über den ansonsten stillen Weg in Richtung Hespertal.
      Von der K31 „Hefel“ ausgehend, führt ein schmaler Pfad oberhalb des Tales wiederum in mir bislang unbekannte Gefilde. Hier zeigt sich besonders deutlich, wie die Trockenheit der Vegetation schwer zu schaffen macht und das Waldsterben vorantreibt.
      Heute ist der „Tag des Waldes“, traurig, aber wahr.
      Scheußlich der Gedanke, dass mächtige Ignoranten den schädlichen Klimawandel immer noch leugnen und die Hauptverursacher nur auf den materiellen Wertzuwachs ihrer zerstörerischen Handlungen fixiert bleiben.
      Kurz vor der Ludscheidtstraße stoße ich „off grid“ im Wald auf eine riesige Bunkeranlage, zu der ich keinerlei Erläuterungen finde, deren fensterlose, hochaufragende Betonwände geradezu gespenstig erscheinen.
      Ein totes Huhn im Gebüsch bringt etwas Licht in die Affäre (Fuchs, du hast die Gans gestohlen), die abweisenden Gemäuer beherbergen eine imposante Geflügelfarm.
      Mit einiger Mühe finde ich, mich durch Farndickicht schlagend, wieder auf meinem Weg zurück, der bald darauf in die Ludscheidtstraße mündet.
      Auf die höchsten Höhen trägt mich nun die Raute vier mit Sicht über Gemüsefelder weit ins Land bis zur Kampmannbrücke in Kupferdreh.
      Rotreife Tomaten im Treibhaus und ein übervoller Birnbaum locken appetitlich.
      Hinter der alten Holzschuhfabrik und Tischlerei kenne ich mich wieder aus und folge nun bekannten Wegen gen Oberkamp, wo eine „Best Bank“ zum Rasten einlädt.
      Einen Haken schlage ich noch, weil Komoot sich zu spät meldet.
      Zwar kenne ich mich hier leidlich aus, doch das Waldgebiet durchzieht ein unglaublich vielfältiges Wege-Geflecht, von dem ich eben doch nicht jeden Pfad kenne.
      Hauptsache, die Richtung bergab zum See stimmt.
      So folge ich bald dem Bergischen Steig, quere kunterbunt die Hammer Straße und laufe den Augustasteig hinab zum Baldeneysee.
      Stausee Baldeney.
      Sonntagnachmittag.
      Sonniges Spätsommerwetter.
      Ein unglaubliches Menschen-Gewühl empfängt mich.
      Obwohl ich damit gerechnet habe und der Seeabschnitt meiner Wanderung nur sehr kurz ist, bin ich doch unangenehm überrascht, welche Massen sich gehend, laufend und rollend am See entlang schieben.
      Kaum Abstand zu halten.
      Zusammenstoßgefahr jeder Zeit gegeben.
      Einige interessante Szenen in der Vogelwelt auf dem See lenken ein wenig ab, einige Photostops sind geboten, doch dann verlasse ich zügig das Getümmel, wende mich ortseinwärts und nähere mich einem erklärten Ziel meiner sonntäglichen Tour, dem Atelier meines geschätzten Kollegen, der wie jedes Jahr an der KUNSTSPUR teilnimmt.Einige anregende Gespräche und Eindrücke später breche ich nach einer Stunde zur letzten Wanderetappe auf.
      Aus dem Ort kommend findet der „K“ hinter Kupferdreh ein erstaunlich wildes, kleines Waldstück, das den wandernden Menschen auf schmalem Pfad ortsauswärts gen Nordosten führt.
      Da ich diese Strecke schon kenne, soll mich heute ein weiterer kleiner Steig hangaufwärts zum Fahrenberg leiten.
      Auf halber Höhe am Waldrand werde ich abrupt gestoppt:
      Anwohner haben den Wanderweg zum Privatweg erklärt und den Durchgang mit Gartenschnitt, Gehölz und Zäunen verrammelt. Das dies offensichtlich illegal ist, zeigt ein am Boden liegender Pfahl mit Wanderzeichen.
      Nicht wissend, was mich weiter oben erwartet, kehre ich zornig um, ändere die geplante Route und folge dem „K“.
      Eine staubaufwirbelnde Gruppe Querwaldein-Radler drängt mich freundlich ins Gebüsch, danach stapfe ich alleine durch den Ilexwald.
      Unterhalb „meines“ Wasserturmes füttere ich zwei Pferde mit auf dem Feld nebenan verbliebenen Restmais, den sie dankbar annehmen, da ihre Weide völlig abgefressen unter den Hufen vor sich hin dörrt.
      Ein Drittel weniger Regen ist auch in diesem dritten Sommer in Folge gefallen, aber so intensiv habe ich die zerstörerischen Folgen der anhaltenden Trockenheit zuvor nicht wahrgenommen. Tag des Waldes 2020: Der Klimawandel muss gestoppt werden, schon jetzt werden wir in Deutschland viel mehr Waldfläche verlieren als man uns glauben lassen will.
      Diese Erkenntnis hat uns schon 2019 im Schwarzwald und 2020 im Sauerland bei unseren langen „Alaska-Touren“ in erschütternder Weise aufgewühlt.
      (komoot.de/collection/983254/-2020-07-20-29-breaking-corona-g-k-alaska-in-deutschland-werden-edersee-251km-6000hm)
      Trotz dieser negativen Einschränkungen ist dies heute eine wirklich köstliche, sehr abwechslungsreiche Wanderung, bei deren Abschluss ich das Gefühl habe, dass ich mit dem entsprechenden Zeitkontingent auch noch ein gutes Stück weiterlaufen könnte.Da danke ich für den herrlichen Wandertag.

      • 21. September 2020

  3. Martin L, KC und 34 anderen gefällt das.
    1. slueart

      Breaking Corona (Silent) Walk Alone 10
      Die B.C.-Wanderreihe weist plangemäß mehrere Merkmale auf: Da in Zeiten von Corona zunächst die Benutzung öffentlicher Verkehrsmittel noch immer nicht besonders prickelnd ist, führt fast jede Wanderung, die ich alleine laufe, von Haustüre zu Haustüre.
      Die ganz besonders persönliche Note liegt bei dieser Sonntagswanderung darin, dass wir Familie die Keith-Haring-Ausstellung im Museum Folkwang per Autofahrt besuchen und ich anschließend alleine den Gedanken
      ...wenn ich aus der Innenstadt nach Hause laufe....
      in die Tat umsetze.
      Die Wanderungen unter dem BC-Motto verlaufen bekannterweise meistens über lange Strecken, die erste hatte auch zum Ziel, endlich die "40km-Marke zu knacken", ein sehr persönliches Ziel.
      Voller Ungeduld und auch mit ein wenig Bammel warte ich auf die Bewältigung der 50er Marke.
      Heute, am Sonntag, dem 21.06.2020 sind es nur 20 km, dies liegt an dem Museumsbesuch, dem der späte Wander-Start gegen 15 Uhr geschuldet ist. Trotzdem erlebe ich eine gewisse Anstrengung auch bei dieser relativ kurzen Distanz; die für September außergewöhnliche Hitze macht sich bemerkbar, außerdem habe ich etwas wenig Getränk dabei, da mir ein halber Liter "K. alkfrei" klamm-heimlich im Rucksack ausläuft.Außergewöhnlich auch, dass ich mich an einem sonnigen Sonntag an den Baldeneysee traue, da mir Menschenmassen, nicht nur in C.-Zeiten, wenig Freude bereiten.
      Schon zu Beginn im Museum ist es sehr viel voller, als wir aufgrund des zahlenmäßig beschränkten und anzumeldenden Besuchs erwartet haben.
      Später am See ist es so überlaufen wie befürchtet, aber nur eine "Etage" höher am Hang des Stadtwaldes ist es menschenleer.
      Eine Pause mitten im Wald, auf einem umgestürzten Baum sitzend, verbringe ich eine halbe Stunde lang, ohne eine Menschenseele zu sehen.
      Wenn zu Beginn der Pandemie die Straßen leer und die Wälder voll waren, so ist mittlerweile wieder das Gegenteil der Fall: Über die Rü schieben sich die Massen, schon kurz nach Eintritt in den mir bislang unbekannten Teil des Stadtwaldes zwischen Rü und dem Stadtteil Stadtwald, ist die Zahl der Menschen überschaubar.Den "Waldpark" umrunde ich einmal, weil ich hier auch noch nie gewesen bin, sprich, ein weiteres "weißes" Landkartenstück im Kopf mit Eindrücken fülle.
      Im Waldpark gibt es in der Tat einige kleinere Attraktionen, die von Hugo Kükelhaus und seinem "Erfahrungsfeld der Sinne" inspiriert sind, für Familien mit Kindern oder Kindergruppen.
      Als weit weniger inspirierend erweist sich die Ampelschaltung an der Frankenstraße.
      Ein rotes Pferd strahlt den Wartenden an, das Grüne lässt auf sich warten.
      Kurzentschlossen stapfen alle fußläufig Wartenden irgendwann trotz des roten Pferdes los, das Grüne kommt nicht.
      Des Rätsels Lösung erschließt sich mir auf der anderen Straßenseite; dort ist in Überkopfhöhe ein Druckschalter Marke "HochzuRoss" angebracht.
      Wanderfreudig laufe ich durch den sonnigen Stadtwald, vorbei an der gut besuchten "Kluse", der auch von mir, in erster Linie wegen der Lage, geschätzten Gaststätte.Nach dem Queren der Lerchenstraße trete ich in den "Baldeney-Teil" des städtischen Waldgebietes ein und erwische in der Fortführung des Waldsträßchens "Baldeney" den mittleren Hangweg, der sich, nicht als Wanderweg gekennzeichnet, überraschend still und unbegangen vorstellt.
      Aber auch bei der Fortsetzung der Route auf dem Baldeneysteig ist dieser nicht reich bevölkert.
      Etliche Ausblicke auf den See weiter durchwandere ich das Gebiet der sterbenden Buchenriesen an der Heisinger Straße. Die wenigen mächtigen Bäume, die den Stürmen der vergangenen Jahre hier auf der Höhe trotzen konnten, werden jetzt konsequent zermürbt, weil der Schutz durch die soziale Buchengemeinschaft zerstört ist. Die Rinde platzt auf und im Endeffekt geht es den Bäumen wie uns Menschen, wenn wir uns zu lange ungeschützt der Sonne aussetzen.
      Sonnenbrand.
      Und wie beim Hautkrebs kann es auch bei den Buchen irgendwann tödlich enden.
      Graue, in den blauen Himmel ragende Stümpfe zeugen davon.
      Für den Abstieg zum See habe ich bewusst den Waldabschnitt gewählt, der von MTB-Trails durchzogen wird, weil dieser meist recht einsam und wild daherkommt.
      Und wenn es teilweise auch sehr naturverletzend geschehen ist, so ist es trotzdem beeindruckend, welch waghalsige Lehm-Holz-Sprunganlagen hier im Wald angelegt worden sind.
      Völlig undenkbar für Laien wie mich, dass jemand hier durch die Luft geflogen ist, ohne sich sämtliche Gräten zu brechen.
      Mittlerweile wirkt alles ziemlich unbefahren und verfällt allmählich.
      So treffe ich auch in dem ganzen herrlich wilden Buchenhangwald bis zur Zeche Carl Funke nur zwei unentschlossene Querfeldein-Radler.Dann wird es aber so richtig voll.
      Der Uferweg am Baldeneysee birst vor Menschen. Trotzdem finde ich eine schattige Bank, auf der ich eine kleine Pause einlege und die Boote auf dem See beobachte.
      Mal wieder paddeln.
      Wäre auch nicht schlecht.
      Im NSG Heisinger Ruhrbogen beobachte ich die leeren Reiherhorste, kontraindiziert dazu sind die Beobachtungsstellen nirgendwo leer, sondern von neugierigen Menschen besetzt.
      Statt der Reiher erwartet mich heute ein zerzaustes Rotkelchen zum Fototermin.
      Hinter den Altwassern herzulaufen, erweist sich wieder als schlau, nur wenige Personen finden hier längst, während der Uferweg überfüllt ist.
      Keine Schildkröten heute in Sicht.Fußgängerbrücke über'n See, Bahnhof Hespertalbahn, Deilbachrenaturierung, Eiscafé Plückthun; schnell lasse ich all diese Hotspots hinter mir; folge dem Pilgerweg/Raute acht zum Reulsbergweg, dessen Waldeintrittt dramatisch mit "Lebensgefahr-Flatterband" versperrt ist.Darauf gebe ich auch heute wie in der Regel wenig und kann auch hier bald den blinden Alarm vermelden, da mir keinerlei Gefahr außer ein paar Wegbrüchen begegnet.Die steile Treppe zum Haus Ruhrblick steige ich heute zum ersten Mal hinauf, oben gelange ich auf die kleine Straße namens Reulsbergweg (alles heißt hier so), die mich schnell Richtung Byfanger Wasserturm, den wir intern gerne als den Unsrigen bezeichnen, führt.Bänke besetzt.
      Kurze letzte Rast auf einem Buchenstumpf im Wäldchen am Wasserturm.
      Die Aussicht auf die City jetzt besonders beleuchtet im Schein der bald untergehenden Sonne, auch dies ein mir wenig bekanntes, aber umso eindrucksvolleres Bild.Heimatliche Gefilde; Blick auf die Burg in BAD,
      19:30 Uhr auf der Kirchturmuhr von Herz Jesu.
      Schöne, wanderbare Tour; selbstredend ziemlich privat gestrickt.Danke.(Anmerkung:
      Fotos im Karten-Verlauf rund 200 Meter zu spät gesetzt.)

      • 14. September 2020

  4. slueart und Ursula waren wandern.

    6. September 2020

    slueart, Lothar Cieborra und 35 anderen gefällt das.
    1. slueart

      Endlich haben wir mal wieder die Zeit gefunden, gemeinsam an einem sonnigen Sonntag zu laufen. Wir zu zweit, nie so weit.
      Gute zwei Stunden, dann ist gut.
      Heute mal wieder ein bisschen Heimatkunde.
      Neben allem Wohlbekannten zeigte ich den "B" und "O", den Weg, der so perfekt an den Lindener Siedlungsbereichen entlang durch den Wald führt.
      Ganz neu war für uns beide der Besuch des Horkensteins zwischen Dahlhausen und Linden und der damit verbundene beachtenswerte Blick auf die Ruhr und das Dahlhauser Wehr.
      Früher gab es hier ein Ausflugslokal, wie uns eine Tafel mitteilt.
      Am Wehr war ordentlich Rummel, auf der Ruhr ist es an schönen Tagen beinahe so voll wie an der Ruhr.Dazu auch wieder: Im Wald ist es still und selbst auf dem oben genannten Waldrandweg ist die Zahl der Menschen überschaubar.

      • 6. September 2020

  5. slueart, KC und 43 anderen gefällt das.
    1. slueart

      ... und dann wandere ich immer weiter, finde im Altbekannten viele neue, mir unbekannte Wege.
      Letztlich ist es schließlich, gemessen an einem genüsslichen Sonntagnachmittagsspazandern, doch eine ganz stattliche Runde geworden.
      Unglaublich viele Menschen überschwemmen an diesem sonnigen Sonntagnachmittag die Gegend, besonders natürlich in Flussnähe ist es rappelvoll, aber auch im Weitmarer Holz findet sich heute kein stilles Plätzchen.
      Erstaunlich oft gelingt es mir, den Massen auszuweichen, so laufe ich am Ruhruferweg Richtung Sundern parallel zum Asphalt über einen Feldrain und scheuche die Kanadagänse auf, während sich Sohle an Reifen dreißig Meter neben mir die Massen schieben.
      Das Spontane am ungeplanten Laufen schlägt direkt zu Beginn hinter der Dahlhauser Schwimmbrücke zu Buche, als ich die Treppe zum Fährweg hinaufsteige.
      Das wollte ich immer schon einmal tun, eingedenk der Tatsache, dass mich dort weiter oben eigentlich nur die Siedlungsbereiche von Bochum-Linden erwarten können, habe ich es mir bisher immer verkniffen.
      Mein Ehrgeiz gebietet mir andererseits auch, so viele Wege und Orte nah der Heimat wie möglich kennen zu lernen, deshalb passt es wunderbar.
      Umso erstaunter stelle ich positiv überrascht fest, dass ich am Siedlungsrand auf der Höhe durch den Wald laufe.
      Bald muss ich zwar der Dahlhauser Straße durch Hattingen Baak folgen, was wahrlich kein Highlight ist, aber dann stelle ich erstaunt fest, dass ich nach einer guten Stunde schon an der Hattinger Ruhrbrücke stehe.
      So eine gewaltige Abkürzung.
      Die ich nicht noch einmal in der Form zu laufen gedenke.
      Die Hattinger Bootsrutsche ist die längste und wildeste mir bekannte Rutsche an der Ruhr, die ich auch schon etliche Male mit verschiedenen Kanus heruntergesaust bin.
      Wie immer bei schönem Sommerwetter tummelt sich eine Vielzahl von Booten im Bereich unter der Brücke.
      Allerdings bäumen sich die Abschlusswellen in der rasanten Strömung im Rutschenbett heute dergestalt auf, dass alle offenen Boote Probleme bekommen oder schlichtweg abgefüllt werden.
      Einen Kanadier sehe ich direkt hinterm Schwall kentern, ein Kajak läuft bis zum Süllrand voll.
      Aber hinter dem Schwall ist die Ruhr sehr flach und so stehen alle Opfer munter im Fluss und sortieren ihre Tonnen und sich selbst.
      Noch einmal spontan kommt mir bei dem mittlerweile weiß-blauen Himmel das RADOM in den Sinn und wird zum Wendeziel erklärt.
      Das unumgängliche Stück Leinpfad ist wieder ameisenvoll, kurz vor dem Ende finde ich, zaundurchsteigend über eine Weide schleichend, ein Plätzchen Idylle pur auf einem altgestürzten Weidenbaum, leider strotzt jeder Winkel unter den Bäumen von umweltsündigen Hinterlassenschaften.
      Das ist so widerlich und ärgerlich.
      Von der Radfahrer-Hauptroute Rauendahlstraße führt mich ein einsamer Pfad bergauf (War's das "O"?). Es ist immer wieder erstaunlich, wie rasant sich der Wechsel vom überlaufenen Hotspot zur Einsamkeit vollzieht. Auf dem Waldpfad nach Sundern begegnet mir bis zur Oberbaakstraße keine Menschenseele.Ich folge jetzt dem Pilgerpfad des Bistums Essen, der sich auch seit einiger Zeit die Ehre in der Region gibt.
      Es folgen einige, auch fotografische, Eindrücke vom strahlend-weißen RADOM, bevor es am Forsthaus vorbei in die dichtbevölkerten Randzonen des Weitmarer Holzes geht.
      Schnellen Schrittes überhole ich immer die nächste Menschengruppe um dann hinter der Hattinger Straße in die erholsame Stille des Weitmarer Friedhofs einzutauchen.
      Eigentlich bin ich kein Friedhofsgänger, aber dieser Friedhof hat es mir angetan:
      Er ist ein großer, stiller Park mit etlichen gräberfreien Freiflächen, aktivem Wildbestand (Heute grüßt mich ein Hörnchen.) und vielen roten Bänken.
      Und ich bin die einzige lebende Seele weit und breit.
      Komplementär geradezu begegnet mir die überfüllte Trasse des Springorum Radweges.
      Mindestabstand schwierig.
      Nachdem ich mich zweimal in den wüst stäubenden Aerosolen eines mich schneidenden Rennradlers wiederfinde, verlasse ich die überfüllte Trasse bei der nächsten sich anbietenden Gelegenheit.
      Allerdings ist das Quadrat-Wanderzeichen keine gute Wahl, führt es mich doch ostwärts bergan über die Nevelstraße zurück zur Hauptstraße. Notgedrungen laufe ich jetzt ein Stück an der Hattinger Straße entlang, immerhin geht es flott vorwärts.
      Der Orientierungsbeauftragte bleibt mir gewogen, ich stelle fest, dass ich den Stadtteil Linden optimal durchquere um dann wieder in dem Waldstück an der Ferdinand-Krüger-, später Lewacker Straße zu landen, die ich heute zu Beginn auch passiert habe.
      Hinab zum Fluss und ab nach Hause.

      • 30. August 2020

  6. slueart und KC waren wandern.

    22. August 2020

    slueart, Chris Walk und 66 anderen gefällt das.
    1. slueart

      Breaking Corona 8:
      Spätestens seit unserem großen Sommer-Wander-Abenteuer
      komoot.de/collection/983254/-2020-07-20-29-breaking-corona-g-k-alaska-in-deutschland-werden-edersee-251km-6000hm
      sind die Wanderungen von Klaus und mir mittlerweile das Miteinanderwandern eines "Haushaltes" geworden.
      Denn welcher Haushalt hält enger als ein kleines Zelt?
      Die BC.-Wanderreihe weist plangemäß mehrere Merkmale auf:
      Da in Zeiten von Corona die Benutzung öffentlicher Verkehrsmittel nicht immer einfach und meistens unangenehm ist, versuchen wir Start- und Endpunkt einer Wanderung so zu legen, dass wenig Stress beim Fahren entstehen sollte.
      Unsere Start- und Zielorte sollten dabei halbwegs mittig zu unseren Wohnorten liegen.
      Die Wanderungen unter dem BC-Motto verlaufen zudem über relativ anspruchsvolle Strecken.
      Wir laufen mit K.s iPhone, sprich, die Wanderungen werden von mir am Computer ausgetüftelt und unterwegs "spricht die Maschine mit uns“.
      Die Strecke von Ratingen Ost nach Neviges stellt einen interessanten Querläufer zu unseren meisten Routen hier in der weiteren Heimat dar.
      komoot.de/collection/1002100/-breaking-corona-wanderungen-g-k-2020
      komoot.de/collection/1002267/-g-k-wanderungen-komoot
      Meine alte Heimat Ratingen stellt sich sofort hinter dem Bahnhof mit neuem Gesicht vor. Die beindruckende Büroarchitektur mit auffallend sorgfältig angelegten Grün- und Erholungszonen für die Mitarbeiter kennen wir beide noch nicht.
      Allerdings sind Corona geschuldete Insolvenzen und nachfolgender Leerstand auch schon sichtbar.
      Hinter der Autobahn an der Mettmanner Straße leuchtet uns vom Bauernladen der Herbst ins Gesicht. Der Beginn der Kürbisausstellung mit den vielfarbigen Kalebassen und sogar an Blumenkohl erinnernden Früchten springt uns spätsommerlich an.Dem Schwarzbach folgend stellen wir fest, dass wir erstaunlicherweise hier noch nie anzutreffen waren, obwohl zwischen alter und älterer Heimat gelegen, ist dieses Bachtal uns streckenweise unbekannt.
      Hinter der A3 passieren wir den Stinshof und wandern ein Stück den nächsten Hügel hinauf, als der Weg plötzlich als Pfad über eine geschwungene Weide unter dichten Brombeerranken in den dunklen Wald führt.
      Hier auf der Grenze zwischen Mettmann und Homberg zeigt sich der Schwarzbach von seiner verschwiegen wilden Seite.
      Zunächst queren wir den Bach über eine kleine ungesicherte Steinbrücke, die Kante getarnt unter’m Randbewuchs ragt über einer stattlichen Fallhöhe von mindestens drei Metern auf.
      Der Matsch bleibt feucht im schattigen Tal, gestürzte Bäume liegen quer unter den hohen Pappeln, wir sind allein und verzaubert von so viel urwaldähnlichem Charakter.
      „Fischscheune“ steht auf einem Wegweiser am Ilbeckweg, dem wir kurz folgen, um zu schauen, ob das Bauerncafé, an das Klaus sich erinnert, noch existiert.
      Groß-Ilbeck hat zu dieser Tageszeit allerdings geschlossen, scheint aber noch als Gaststätte vorhanden zu sein.
      Wir folgen dem Rosendalweg vorbei an einem weiteren Teich bis zum Ententeich mit Reiher und Schönungs(schlamm)teich mit fett im Moder wälzenden Karpfen.
      Der Schwarzbach speist viele Teiche.
      Es kommt zu der bislang einzigen Begegnung mit einem Waldwasserläufer, was uns aber zunächst nicht bewusst ist, sondern erst nach einer Wasservogel-Recherche deutlich wird.
      Überraschend auch dies, da wir uns doch in einer stark besiedelten Region bewegen.
      Zwischen Grevenmühle und Schrieversweg zeigt sich der Bach noch einmal urig, wir rasten neben einer Schautafel, die Auskunft über mindestens fünfzehn Mühlen gibt, die der Schwarzbach einst mit Leben erfüllte."In der Ratinger Ebene entlang des Schwarz- und Angerbachs hat es einst 32 Mühlen gegeben, so ist es im Handbuch der allgemeinen Staatskunde Europa verzeichnet. Sie wurden als Öl- oder Getreidemühle genutzt, angetrieben durch die Kraft des Wassers mittels eines Mühlrades. Übrig geblieben sind davon wenige, vor allem entlang des Schwarzbachs sind die allermeisten im Laufe der Jahre verschwunden.“
      rp-online.de/nrw/staedte/ratingen/ein-bewohntes-muehlen-denkmal-im-schwarzbachtal_aid-38201171
      Mit dem Löffelbeckweg verlassen wir kurzzeitig den Schwarzbach und gelangen auf eine kleine Höhe mit Aussicht, um bald darauf ein letztes Mal ins besagte Tal einzutauchen, bevor wir es gen Meiersberg verlassen.
      Zunächst unten auf dem malerischen Bauernhof in Niederschwarzbach lernen wir eine Hühnerschar kennen, die wahrlich „freilaufend“ lebt.
      Überall auf Weide und Hof stolzieren Hähne, picken Hühner und eine besonders vorwitzige Henne macht sich gerade daran, das Bauernhaus zu inspizieren.
      Unumgänglich sind leider die knapp zwei Kilometer Straße, die nun an Bibelskirch vorbei folgen, dann aber betreten wir ein weiteres Stück Natur, das, durch die Kalksteinwerke geprägt, ausgebeutet und zurückgegeben, nicht allerdings ohne ihm einen weiteren Stempel in Form des von uns getauften „Lhoist-Designs“ aufzudrücken, ziemlich identisch wirkt mit den alten Steinbrüchen etwa in Flandersbach.
      „Lhoist-Design“: Ein „authentischer“ Schienenstrang und eine Bank! oder Felsblöcke inmitten eines kleinen aufgetürmten Felshalbkreises.
      Erfreulicherweise gibt es zweimal eine Sichtschneise im dichten Baumbestand, durch die hindurch wir das unwirklich blaue Wasser des „Wülfrather Sees“ leuchten sehen können.
      Im Hintergrund die Kalksteinwerke Rohdenhaus, deren Hinterland wir bald darauf durchwandern.
      Hier sind wir ganz alleine unterwegs und die leuchtend roten Früchte der Ebereschen krönen die beinahe „unwirkliche“ Landschaft am Adelscheidberg in Nord-Erbach mit ihren Farbakzenten.
      Unterhalb der „Kleinen Schweiz“ stoßen wir auf bekanntes Terrain.
      Nach einer Pause folgen wir dem herrlich wilden Waldweg längst des Kocherscheidtbaches bis zur Tönisheider Höhe, queren die Wülfrather Straße und laufen ein kurzes Stück auf der Trasse des Niederbergbahn-Radweges.
      Hier steht die „Schirmherr-Villa“, rund ansprechend mit gekreistem tonfarbenen Flachdach (über die ich keine Auskunft fand).
      Hoch über Neviges verlassen wir endlich die Straßen und betreten nun die geballt anzutreffende Prominenz der regionalen Wanderwege: Bergischen und Neanderland-Steig nehmen wir unter die Sohlen.
      Im Wald lassen wir ein sich nicht entladendes Unwetterchen über uns hinwegziehen, in der Schutzhütte an der alten Burg, deren Reste wir noch nie zu Gesicht bekamen, warten wir ein Weilchen, bevor wir das Finale der Wanderung antreten.
      Kreuzweg Neviges: Ein wenig Gothik (nicht Gotik), ein bisschen schwülstiges Disney mit kumulierenden Betonfelsen und doch ein Ort von gewaltiger Stille und Andacht.
      Kitsch und echte Berührung gehen bei diesem aufwändig gestalteten und in die Natur gekerbten Kreuzweg Hand in Hand.
      Im Alten Bahnhof nehmen wir ein Getränk, auf die ehrliche Antwort der freundlichen Kellnerin hin verzichten wir auf das Abendessen vor Ort, weil wir nicht die eine Stunde Wartezeit investieren möchten.Fazit: Eine wunderbar wanderbare Strecke, die uns mehrfach äußerst positiv überrascht hat.
      Das Schwarzbachtal ein uns wenig bekanntes Kleinod.
      Insofern eine absolut zu empfehlende Wanderung, die auch in der umgekehrten Richtung sehr attraktiv sein wird, dann liegt das bezaubernde Tal am Ende des Weges.

      • 24. August 2020

  7. Anna Schlüter, Herbert und 24 anderen gefällt das.
    1. slueart

      2020.07.20-29-Breaking Corona
      G&K ALASKA 2020
      Tag ZEHN: Von Medebach nach Herzhausen (Eder), 18km, Abstieg: 420hmFrüh am Morgen wecken mich keine Kettensägen im fernen Wald, sondern die Müllabfuhr vor der Hoteltüre auf der Ausfallstraße in Medebach.
      Noch früher als die Waldarbeiter gestern gehen die Müllwerker geräuschintensiv ihrer Arbeit nach.
      Nach einem reichhaltigen Frühstück mit Vesperpaket verlassen wir bei strahlender Morgensonne die Stadt über eine kleine Landstraße „Am Faustweg“ und laufen strikt gen Osten der Sonne entgegen.
      Nachdem uns gestern eine Art Endzeitgefühl beschlichen hat, sind wir heute beide überraschenderweise von einer freudigen Wanderlust erfüllt, obwohl dies unser letzter Wandertag sein wird.
      Vorbei an einem mächtig-weißen Wegkreuz verlassen wir gemeinsam mit einigen sehr jungen Kröten das Land NRW und gelangen nach Hessen.
      Zunächst ändert sich nix, wir passieren eine Fischzucht, an deren großem Angelteich sich jetzt am frühen Mittwochmorgen schon eine gewaltige Zahl von angelnden Männern ein Stelldichein gibt.
      Die geplante Route führt über einen Wegabschnitt, der aus Naturschutzgründen gesperrt ist, was von uns selbstredend immer akzeptiert wird. Die gewählte Alternative führt uns zunächst parallel, später aber immer weiter vom Wege ab, sodass wir uns schließlich doch zu einer Querfeldeinrückführung entschließen.
      Ein Sturz und zwei geknackte Zecken (auch diese Biester haben uns „oben“ im Hochsauerland in Ruhe gelassen und sind jetzt wieder da) später sind wir wieder in der Spur.
      Bei Kilometer sieben erwartet uns ein ganz besonders erquickliches Highlight südlich des Probstberges (476 m). Auf der Ebene der Hochheide, die sich in warmen Gelb- und Ocker-Tönen vor uns ausbreitet, befindet sich das Areal der Schutzhütte „Auf dem Driesch“ mit waagerechten Wiesenflächen, etlichen Bänken und einem relativ sauberen Wiesenplatz im Angesicht einer weiten Pferdeweide, auf der sich drei Zossen neugierig nähern, als wir eine erste Pause nach dem komplizierten Aufstieg einlegen.
      Das wäre ein Biwakplatz erster Wahl gewesen, wenn er denn verlaufsmäßig gepasst hätte.
      Aber auch jetzt feiern wir diesen Traum von einem Pausenort hoch erfreut.
      Hessen meint es gut mit uns, schon zwei Wegbiegungen weiter, immer noch die Hochheidelandschaft durchstreifend, tummeln sich drei halbstarke Hasen in der Morgenwärme auf einem Feldweg. Hasen sind meist schneller fort als du eine Kamera gezückt hast, die drei Gesellen aber spielen übermütig oder unerfahren miteinander weiter, so dass wir sie in Ruhe „zoomen“ und ablichten können.Niggemucke, L 3076, Kilometer neun:
      Wir genießen den phantastischen Rundblick, hinter uns das Hochsauerland, vor uns, wie ein Gebirge im Tal, der Kellerwald. Irgendwo zwischen den bewaldeten Höhen versteckt sich der Edersee.
      Eigentlich hoffen wandernde Menschen immer, dass der Höhepunkt, auf den sie zulaufen, in irgendeiner halbwegs spektakulären Form auftaucht: Plötzlich ist der See da.
      Nix davon, ab in nächste Tal.
      Die Fuchsmühle am Schaakenbach begegnet uns mit einem liebevoll gestalteten Ensemble am kleinen Bachlauf im idyllischen Tal. Kurz danach wählen wir einen Weg, der uns besonders passabel erscheint, sich nach kurzer Zeit aber als nicht „richtungsweisend“ herausstellt, so dass wir umkehren und dem „Igelpfad Fürstenberg 3“ folgen.Eine wohl platzierte Bank nördlich von Fürstenberg und die umliegenden hoch gelegenen Felder bieten einen wunderbaren Rundumblick auf Hochsauerland und Kellerwald.
      Päusken zum Wassertrinken mit Blick auf die Landstraße „Ziegelei“.
      Mit faszinierenden Aussichten, vielen neuen Wanderwegzeichen, von denen einige Hölzerne schon stark bemoost und pittoresk verwittert sind und einem steilen Pfad bergab begrüßt uns der bekannte "Kellerwaldsteig“.Uns fällt auf, dass wir als West-Ost-Querläufer viele bekannte „Steige“ und Hauptwanderrouten wandernd angeschnitten haben, beginnend mit dem heimischen Neanderlandsteig, ebenso dem Bergischen Steig, weiter über den Lennesteig, den Siegerlandweg, den Plackweg, den Drahthandelsweg, den X18 oder Christine-Koch-Weg, den Homertweg, die Sauerland-Waldroute und den Kurkölner Weg X12 (mal nicht als Steige benannt, aber doch!) über den Rothaarsteig, den Uplandsteig bis hin zum hessischen Kellerwaldsteig.
      Ein Stück des Weges folgen wir auch dem Kaiser-Otto-Weg, dem Jakobsweg zwischen Köln und Paderborn und dem F.W.-Grimme-Weg.
      Jetzt nähern wir uns rasant unserem Ziel, legen noch eine letzte Pause ein, um uns „reise- und zugfertig“ zu machen, dann stehen wir auch schon auf der EDERBRÜCKE in Herzhausen, unserem Ziel.Wir haben es geschafft, sind mächtig stolz auf uns und unsere Freundschaft!
      Den einzigen wunden Punkt sehen wir in dem Fakt, dass der Aufbruch ins nächste „Alaska“ noch lange auf sich warten lässt.
      Rückfahrt: Sechs Stunden Zug mit vielfachem Umsteigen und Wartezeiten in Willingen, Brilon-Wald, Schienenersatzverkehr in Neheim-Hüsten und letzter Zugwechsel in Dortmund.Unser Dank geht dahin, „wo die Regie geschrieben wird!"

      • 4. August 2020

  8. Verklicker, Marc und 23 anderen gefällt das.
    1. slueart

      2020.07.20-29-Breaking Corona
      G&K ALASKA 2020:
      Tag NEUN:
      Von der Hoppecke-Quelle auf dem CLEMENSBERG nach Medebach, 23km, Abstieg: 600hm
      An der Hoppecke-Quelle auf dem CLEMENSBERG:
      In die Morgenstille fetzt das noch ferne Gekreische der „Fichtenmopeds“.
      Donner.
      Die fleißigen Waldarbeiter beginnen ihr Tagewerk aber früh, ein Blick auf die Uhr zeigt, dass es erst halb sieben ist.
      Nach einem weiteren Blick an den Himmel sind wir ihnen dankbar:
      Noch ist es trocken.
      Flotter Aufbruch.
      Zügig ist das Zelt abgebaut und wir folgen dem Weg der Steine:
      Auf diesem Abschnitt von Rothaarsteig/Uplandsteig finden sich viele Markierungssteine: Grenzsteine, Schützensteine und Wegweiser.
      Es ist duster, die Luft fühlt sich nach Regen an.
      Wir wandern an der geschlossenen Clemensberghütte vorüber.
      Beim Zurückschauen ist der Clemensberg mit seiner offenen Steinbruch-Wunde lange Meter unser Begleiter.
      In Hildfeld schließt die kleine Bäckerei am Morgen um neun.
      Dank noch einmal an die frühen Forstarbeiter.
      Kaffee gibt’s nicht.
      Belegtes auch nicht.
      Während des Verzehrs eines Kirschstreusels lauschen wir den Geschichten von vergangenen Abenteuern, erzählt von einem eifrigen Dorfbewohner.
      Ansonsten ein stiller Ort.
      Interessant ist der Dorfpfad, der hinter dem Dorf steil ins Gelände aufschießt und nach Grönebach und weiter??? führt. Wer nicht an der Hauptstraße entlang gehen mag, muss folglich ein paar Höhenmeter angehen.Auf 600 hm gehen wir über die Hille, bevor wir hinaufsteigen.
      Schöner Wiesenweg am Hang mit Blick zurück auf den Clemensberg.
      Heute macht sich auch allmählich die Gewissheit breit, dass wir die Tour zu Ende wandern, dass wir bis an unser Ziel kommen. Mittlerweile sieht es auch stark danach aus, dass wir das in den geplanten zehn Tagen bewältigen.
      Einzig die Tatsache, dass wir körperlich, besonders sind hier meine Plattfüße erwähnenswert, nach dieser Zeit ein wenig am Limit kratzen, bleibt der Wermutstropfen bezogen auf zeitlich längere Wanderpläne und -wünsche.
      Die Geschichte, dass der Rucksack je länger, je leichter zu tragen ist, bestätigt sich erfreulicherweise.
      Körper- und Rucksackgewicht summieren sich wohl im Hirn zur einheitlich zu schleppenden Masse.
      Wir nähern uns tendenziell bergab laufend einem weiteren gewählten Höhepunkt unserer Fußreise:
      Der Ruhrquelle.
      Als Mann von der Ruhr „muss“ ich hier doch mal gewesen sein.
      Witzig das Flussschild „Ruhr“ vor einem äußerst unspektakulären Rinnsal.
      Dahinter bald der Quellstein und die gerade mal feucht zu nennende Quelle.
      Wird wohl nix mit Ruhrquellwasser trinken.
      Zunächst ruhig, ergießt sich bald eine Flut von Radlern über das Ensemble.
      Als Wanderer bleiben wir unter uns.
      Dies ist ein Stück Land der Radfahrer, besonders der Ebiker (Auf- und Abwärts) und der Ruhrtalradwegfahrer (Aufwärts Zug, abwärts Rad).
      Die "wirkliche“ Ruhrquelle liegt ein paar unauffällige Meter hinter dem Quellstein, aus einem popeligen Plastikrohr fließt flott ein minimaler Wasserstrom hervor, gerade genug um einmal die Lippen zu befeuchten. Wir durchwandern einen pittoresken Ort namens Küstelberg, der auch ein wenig Tourismus zu beherbergen scheint. An der Schutzhütte am Henkmannskopf legen wir gerade eine Vesper mit den letzten Resten ein, da erscheint wie ein Waldungeheuer ein riesiger Holz-LKW.
      Fasziniert beobachten wir, wie handfertig der Mann mit dem mechanischen Greifarm die riesigen Stämme jongliert, auflädt, umsortiert und ordnet.
      Festzurrt.
      Wegfährt.
      Riesiger LKW im Wald.
      Wichtige Beschriftungen auf dem Holz.
      Im Tal der Schmetterlinge, im Gelängebachtal finden sich viele blühende Kratzdisteln, die Scharen von Insekten, in besonderem Maße aber Schmetterlinge wie den Kaisermantel und das Tagpfauenauge anlocken.
      Schmetterlinge zu fotografieren ist immer nervig, weil sie oft „klick“ die Flügel zeitgleich zum Auslösen zusammenklappen.
      Ein Paar Pfauenaugen und ein Kaisermantel lassen gnädig in der Sonne geöffnet.
      Nach knapp 20km eine Schutzhütte, sauber und mit strengen Regeln, kein Biwakplatz.
      Brauchen wir auch heute nicht, so bleibt es bei der letzten Pause vor dem Ziel, denn heute haben wir schon aus hygienischen Gründen aus dem Wald heraus ein Zimmer in Medebach gebucht.
      Die schönen Wiesen zur Linken ein letzter erfreulicher Natur-Anblick vor der Stadt. Einmal müssen wir die Innenstadt queren, bevor wir den Ruhetag des Hoteliers „Zum Oesterntor“ stören und die Vorteile eines Zimmers genießen.Das Ende ist nah.
      Beim Abendessen verschaffen sich die Gefühle Raum, die zum Ende einer Reise anstehen.
      Ein bisschen Kummer, dass es zu Ende geht, ein wenig Erleichterung, es überstanden zu haben.
      Eine kleine Vorfreude auf Zuhause.

      • 4. August 2020

  9. Schroedefix, Ursula und 18 anderen gefällt das.
    1. slueart

      2020.07.20-29-Breaking Corona
      G&K ALASKA 2020:
      (Einführung siehe Tag Eins oder ZWEI)Tag ACHT:
      Von der Elper Hirtenwiese zur Hoppecke-Quelle auf dem CLEMENSBERG,
      26km, 700hm
      Der Tag der Tage.
      Wenn wir von einem Höhepunkt im Sinne "Bester Tag", sprechen können und wollen, dann hat dieses Kompliment der achte Tag unserer Tour verdient.
      Denn nicht nur, dass wir von dem einem Lieblingsbiwak (Wir nennen das jetzt mal so, auch wenn ein Zelt drumherum war, immerhin schlafen wir erst auf 600, dann auf 800 Metern Hochsauerlandhöhe.) zum anderen Lieblingsbiwak laufen, sondern wir durchwandern Highlights von Rang und Namen, wie die Bruchhauser Steine, besuchen zuvor das Gutscafé Rosenbogen im Schloss Bruchhausen, besteigen und überqueren mit dem Langenberg den höchsten Berg von NRW.
      Am Ende landen wir auf dem Clemensberg, einem steinbrecherisch südseitlich abgetragenen Achthunderter, der uns wegen seines Namens viel bedeutet.
      Dort wiederum endet dieser hervorragende Wandertag an der Hoppeckequelle, an der wir verbotenerweise unser Zelt aufschlagen. Dass die Quelle noch im Hochheide NSG liegt, ist uns nicht bewusst, das zugehörige Schild steht hinter der Quelle, die Karte heute spricht eine andere Sprache.
      (Ohne Sorge: Ein Pfadfinder hinterlässt NICHTS als seinen Dank!)
      Wunderbar beginnt der Tag in der Morgensonne, das Zelt ist trocken und hurtig abgebaut, waschen fällt einmal mehr aufgrund fehlenden Wassers aus, das karge Frühstück werfen wir nebenbei ein.Wir wandern durch den Wald, der schon in der Frühe von Waldarbeitern beackert wird.Bald haben wir eine gute erste Sicht auf die Bruchhauser Steine: Vorfreude und Vorschmerz geben sich ein Stelldichein.Wieder passieren wir ein regelrechtes Kahlschlaggebiet, allerdings sind die befallenen und zerstörten Waldstücke hier in HS deutlicher weniger zu finden als in tiefer gelegenen Waldgebieten.Wülmeringhausen bietet laut digitaler Ansage keine Frühstücksgelegenheit, so müssen wir weiter bis Assinghausen, Frühstück gibt es erst bei Kilometer sechs.An der Assinghauser Straße befinden sich auf 422 Meter Höhe ein Kruzifix und mehrere Bänke an einer Straßenkreuzung.
      Ein exponierter Ort, der viele Aussichten ins Umland bietet.
      (Tja, wenn wir die Bänke gerade mal nicht brauchen, erscheinen sie zahlreich.)
      Bei Kilometer sechs stoßen wir neben den Schautafeln mit den Gästeinformationen auf ein hervorragendes Lebensmittelgeschäft.
      (Häufig fehlen die sehr wichtigen Angaben zu LM in Wanderinformationen, dabei ist das nicht sachdienlich, schließlich müssen viele wandernde Menschen sich unterwegs verpflegen.)
      Der Besitzer, darauf angesprochen, dass er wohl das „bestsortierteste uns bekannte Geschäft“ führe, antwortet lakonisch freundlich, dass er selbst nur bei sich einkaufe, der Laden deshalb alles aufweisen müsse, was er persönlich zum Leben brauche.
      Guter Mann!
      Wir frühstücken erfreut am Tisch vor dem Geschäft.
      Das Timing stimmt, wir beginnen gerade mit dem Aufbruch, da beginnt es zu regnen!
      Damit haben wir heute überhaupt nicht gerechnet!
      (Alaska 2019 Schluchtensteig-Spruch: „Gedacht, gesacht, ausgelacht!“)
      Unvorhergesehenes bestimmt den Ablauf, wir stecken nur die Rucksäcke unter die Ponchos, selbst sind wir so nass geschwitzt, dass der Regen nur die Salzbatiken der Hemden verwischt.
      Assinghausen ist ein "Golddorf" und so sieht es auch aus.
      Heute leider ein Golddorf im Regen.
      Alles fein erhalten und herausgeputzt, selbst im Wald finden sich noch von Schützenkönigen gesponserte Wegweisersteine.
      Die historischen Fachwerkbauten strahlen im regnerischen und im Glanz des Wohlstandes, die Straßen empfangen uns menschenleer.
      Montagmorgen.
      Ein freundlicher Ort, aber sicher auch ein anstrengender Ort für nicht angepasste Einwohner, so stellen wir uns das vor, als wir die uniformen Namensschilder an den Häusern betrachten.
      ("Da schau, der macht nicht mit, der hat's bestimmt nicht leicht im Dorf!“)
      Ein Brunnen spendet Wasser und Waschgelegenheit am Ortsausgang, der kleine Küsterland-Park dahinter bietet ungezählte Bänke, die, anders verteilt, ausreichend für eine lange Wanderung wären.
      Zwei Radwanderinnen suchen in der Kapelle Schutz vor der Nässe.
      Eine Marienstatue gemahnt in der gemauerten Felsenhöhle zur Andacht.
      Die nächste Steigung.
      Der Kreuzweg, der sich nun hinter Assinghausen steil den Iberg (569 m) bis zur Grabeskapelle hochzieht, schont die Sünder nicht.
      Aber er wartet mit einer bestaunenswerten Besonderheit auf:
      Die Bildnisse zu den einzelnen vierzehn Stationen sind in einer Art verschlossenem Tabernakel eingefügt; Gläubige müssen den Weg seitlich verlassen, um die jeweilige Türe zu öffnen und das farbenprächtige Relief zu betrachten.
      Wir verlassen den Kreuzweg hinter Station IX, geraten kurzzeitig und fälschlicherweise in eine „Jägerfalle“ und ziehen bei stärker werdendem Regen den Berg hinauf, lassen allerdings das Gipfelkreuz des Iberges linker Hand erhöht liegen.Bei Kilometer neun verlieren wir in einem kleinen Kahlschlaggebiet den Weg unter den Füßen und krauchen regennass durch’s verwüstete Gelände.Wir lassen uns nicht „unterkriegen“, in einer trockenen Bushaltestelle vor St. Cyriakus in Bruchhausen eröffnet sich uns dann das Motto des Tages:
      „Gute Laune im Sauerland!“
      Im Nieselregen ziehen wir weiter, die altbewährte Beschwörungsformel. „Gleich kommt die Sonne raus“ singend und als wir das Gutscafé Rosenbogen im Bruchhauser Schloss erreichen, können wir (Gottseidank!) schon wieder draußen unter dem Schirm sitzen.
      Das Gutscafé, indem wir einen herzhaften, kleinen, aber warmen Eintopf zu uns nehmen, ist Teil von Schloss Bruchhausen.
      Beim Verlassen des Geländes erfreut und erheitert uns ein überklebtes Schild, das den Montag als ehemaligen Ruhetag ausweist.
      Ein schmaler Pfad durchschneidet die Serpentinen der Auffahrt zum Eingang ins NSG Bruchhauser Steine, auch Zubringerweg zum berühmten Rothaaarsteig.Das Museum "Nationales Naturmonument Bruchhauser Steine" bietet einen kleinen, aber feinen Überblick über die geologischen, biologischen und historischen Besonderheiten des NSG. Wir sind Wanderer, haben mal wieder wenig Zeit im Gepäck, oder ist es eher die mangelnde Geduld?
      Ich fege nur kurz durch die Räume, schieße einige Fotos und wir bezahlen den Eintritt von 5,50 € p.P., nachdem wir es uns nicht verkneifen konnten, anzufragen, ob wir als „Durchwanderer“ nicht ohne Ticket passieren dürfen.
      Müdes Lächeln.
      Wir könnten uns auch einige Meter vor der Ampel in den Wald und hindurch schlagen, aber wir wollen nicht übertreiben und zahlen brav unseren Obolus.
      Kurz darauf erleben wir etwas Einzigartiges.
      Nicht die Bruchhauser Steine als felsgewordenes Naturereignis sind gemeint, sondern die Masse an Menschen, die hier plötzlich ameisengleich den Berg von mehreren Seiten emporkrabbeln und sich a l l e vor und auf dem Feldstein versammeln.
      Sowas kennen wir „Waldläufer“ gar nicht mehr.
      Wo kommen die alle her?
      Irritiert kämpfen wir einen inneren Kampf und diskutieren kurz, ob es unseren Reiseeindrücken ernsthaft schadet, wenn wir
      n i c h t oben auf dem Gipfel am Kreuz gekratzt haben. Es ist beileibe keine Faulheit, die uns dann wirklich davon abhält, diese letzte Höhe zu besteigen.
      Wir ergreifen die Flucht.Gesagt werden muss aber schon, dass die Felsen eindrucksvoll sind, dass sie prächtige Steinmonumente in der Landschaft mit fabelhaften Ausblicken ins Hochsauerland darstellen.
      Schade, dass dies sehr viele Menschen wissen.
      Eines Rätsels Lösung erschließt sich bald in Form des Wanderparkplatzes „Vesperhütte“, denn bis hierhin können die Besucher sich in ihren Fahrzeugen bewegen und "zwei Meter weiter oben“ als Wanderer ankommen.
      Lässt uns jetzt kalt, denn „zwei Meter weiter“ im Wald ist es wieder so gewohnt einsam, dass wir bald auf unzertretene Rehspuren stoßen.
      Wir sind -ausschließlich heute- in Nord-Süd-Richtung unterwegs, die Wege sind ausgebaut, die Pfade erkennbar, die Steigungen vergleichsweise moderat.
      Unter unseren Wanderschuhen der „Rothaarsteig“ und der „Uplandsteig“. So nähern wir uns auf prominenten Wegen flott dem geschichtsträchtigen „Richtplatz“, an dem wir auf einem modernistischen Bank-Ensemble kurz rasten.
      "Knapp 1 km südsüdwestlich des Hoppernkopfgipfels liegt oberhalb des Quellbereichs der Schmala ein ehemaliger Richtplatz des Kurkölner Gogerichts. Er befindet sich direkt südöstlich der Landesgrenze auf hessischem Gebiet bei 762,6 m Höhe (statt 800 m Höhe laut Inschrift am dortigen Gedenkstein).
      Inschrift der Bronzetafel des Gedenksteins:
      „Hier, im ehemals kurkölnisch-waldeckischen Grenzgebiet befand sich seit dem 13. Jhd. eine Gerichtsstätte des kurkölnischen Gogerichtes und Amtes Medebach. Als Richter amtierten damals die von Gaugreben, deren Name aus ihrer Amtbezeichnung als Gograf abgeleitet ist.“ (Wiki)
      Wie wichtig es sein kann, einmal vom geplanten Wege ab und eine Ecke weiter zu gehen, erfahren wir, als wir bei Kilometer 20,2 trotz der einsetzenden Erschöpfung einen kleinen Abstecher zu einem nur in der Karte beschilderten Aussichtspunkt wählen.
      Vor einem traumhaften Ausblick übers Fichtenland steht wie gewachsen eine Bank am Hang. Eines von diesen neuartigen, ergonomisch geformten „Baumelbein“-Modellen, die den Ruhenden in den Himmel träumen lassen, wenn nicht, wie in unserem Fall, nach etwa drei Minuten kontemplativer Meditation und Staunen, der Himmel erneut die Schleusen öffnet und wir die Idylle fluchtartig verlassen.
      Kurzer Fotostop am Gipfelkreuz des Langenberges, mit 843 Metern als NRWs höchster Berg ausgewiesen, in herber Konkurrenz -wie uns erzählt wird- zu dem ungleich bekannteren Kahlen Asten bei Winterberg, der es nur auf schlappe 841 Meter bringt.Der Regen lässt nach und unser „Montagsglück“ bleibt uns hold, als wir die Hochheide-Hütte (805 hm) bei Kilometer 24 erreichen. Eigentlich schon ab achtzehn Uhr geschlossen, hat sich der Hüttenwirt mit zwei Streckenwanderern, die hier schon vor Stunden gestrandet sind, verplaudert und wir laben uns mit Frischgezapftem, bekommen auch unsere Wasservorräte coronascheu aufgefüllt, so dass wir anschließend beruhigt in den ungewissen Abend starten können.
      Das Bier, auch das alkoholfreie, aus Westheim ist übrigens köstlich.
      Ein Lob auf die kleinen, regionalen (nicht nur) Brauereien.
      Der Abend nähert sich und die Verblauung der Bergketten ist in der untergehenden Sonne ein berührendes Schauspiel, das wir auch in Form luftperspektivischer Photographien festzuhalten versuchen."Das Wanderziel im benachbarten Niedersfeld!
      Die aus Naturholz gebaute Hütte bietet Ihnen eine erfrischende Pause in 805 m Höhe, keine drei Kilometer vom höchsten Berg des Sauerlandes entfernt, dem 843,5 Meter hohen Langenberg.
      Frische Delikatessen aus der Küche erwarten Sie an einem der schönsten Plätze im Hochsauerland. Zum Beispiel: leckere regionale Speisen, Omas Landkuchen, frische Waffeln oder einen guten Kräuterlikör und Westheimer Bierspezialitäten.“ (meine-gastronomie-willingen.de)
      Die Wirtsleute der Hütte können endlich in den Feierabend starten und fahren, als wir einen Wiesenweg zum NSG Neuer Hagen, der eigentlichen Hochheide, hinaufsteigen, mit ihrem Auto zu Tal.
      Blicke zurück in die Abendstimmung über der Hütte hinaus begleiten uns zunächst auf unserem Weg zum nächsten „großen“ Ziel, dem CLEMENSBERG.
      Es sei nur soviel verraten, dass uns der Berg wegen seines Namens nahesteht, ja, wir der Route sogar wegen IHM den Verlauf an dieser Stelle gegeben haben.
      So richtig ans Herz wächst ER uns, als wir am Fuße SEINES Gipfelkreuzes in ordentlich auffrischendem Wind weit über das Land schauen.
      Südlich, direkt vor unseren Augen, liegen der riesige Krater des Diabas-Steinbruches und das dahinter stehende Werk.
      Der Ort, an dem wir stehen, wird auch „neuer Clemensberg“ benannt, weil der alte Berg dem Krater durch Abtragen weichen musste.
      Möglich, dass sich auch an diesem Hotspot oft die Menschen tummeln, jetzt, kurz vor halb acht am Montagabend, ist die Kuppe menschenleer und wir genießen die windige Einsamkeit.
      Der Endspurt des Tages zieht sich, auf schlottrigem Wege dem Rothaarsteig folgend, über eine wunderschöne, leicht dämmrige Heidelandschaft an dem Zaun des Steinbruchs entlang.
      Zweimal stoßen wir auf fingerhutförmige Bunker, die wohl irgendwie den Sprengungen im Steinbruch geschuldet sind.
      Unser Ziel naht, als auch der Uplandsteig wieder unter unsere Füße findet: Die Hoppeckequelle am nordöstlichen Rand des Clemensberges.
      Ebenso wie die Elper Hirtenwiese ist auch diese „kleine Oase“ (Komoot) als Schlafplatz ein Produkt von Phantasie und Hoffnung.
      Im Luftbild zuvor als Idylle deklariert, steuern wir tatsächlich auf ein in der Realität angesiedeltes Refugium zu.
      Wir nehmen an, dass die Grenze des NSG hinter der Quelle liegt, da erst dort ein Schild darauf verweist. Die Quelle liefert klares, kühles Wasser, mit dem wir uns erfrischen.
      Drei Bänke stehen im Halbkreis, hinter der einen findet sich ein halbwegs waagerechtes Stückchen Wiese, auf dem wir unser Zelt aufstellen.
      Ganz diskret versucht es sich an der Bank zu verstecken, ohne Erfolg allerdings, denn die plötzlich (schon wieder!) im Schwall auftauchenden Gebirgsradler staunen nicht schlecht, sind aber zu schnell um großartig zu reagieren.
      Uns zwackt das schon, aber nach einer Weile kehrt wieder Ruhe ein und wir widmen uns dem Abendbrot, heute auch mit Käse „Alter Schwede“.
      MannMannMann: „Alter Schwede!"
      Im Gebüsch ein munteres Fitispaar, mehr Unterhaltung braucht es nicht.Ruhige Nacht.Danke!

      • 4. August 2020

  10. Schroedefix, Olive R und 16 anderen gefällt das.
    1. slueart

      2020.07.20-29-Breaking Corona
      G&K ALASKA 2020:
      (Einführung siehe Tag Eins oder ZWEI)Tag SIEBEN (Wandertag, 2. Hälfte): Von Ramsbeck zur Elper Hirtenwiese, 9km, 400hmWie bereits vermutet, beginnt der Aufstieg hinter Ramsbeck gleich mit einer gnadenlosen Steigung. Dass Anstieg das Motto der zweiten Tageshälfte bleibt, zeigt die Tatsache, dass wir auf den folgenden knapp neun Kilometern immerhin 400 Höhenmeter zu verzeichnen haben.Unser heutiges Ziel ist die Elper Hirtenwiese, ein beinahe imaginäres Ziel, habe ich es mir doch lediglich bei der Planung unter anderm in der Luftbildansicht angeschaut und einen fiktiven Biwakplatz dort erahnt oder erträumt.Zwischen Sengershausen, Schwabenberg und Sachsenglück sind die Begrifflichkeiten deutschlandaffin geprägt. Vergessen wir Heinrichsdorf nicht, ebenfalls nordwestlich von Elpe gelegen.
      Neben den üblichen Weihnachtsbaumkulturen, hier auch als Babystube zu finden, können wir etliche schöne Ausblicke genießen.
      Die Elpe durchfließt Elpe von Süden nach Norden und zeigt sich als kleines beschauliches Bächlein, dessen artenreicher Uferbewuchs allmählich unter der invasiven Vorherrschaft des Drüsigen Springkrauts verödet.Trinkwasser bekommen wir von einem zunächst misstrauischen Ehepaar (Verständlich, so wie wir mittlerweile aussehen. Nicht nur die Salzbatiken auf den Hemden, auch das allgemein angeschmuddelte Äußere wirken bestimmt nicht vertrauenseinflößend, dazu kommt die C.-Sorge.), dessen Sonntagsruhe wir zu stören wagen, als wir Elpe am äußersten nördlichen Ende passieren.Wasser muss sein:
      Wir haben noch einen heftigen Aufstieg vor uns.
      Oben auf der Hirtenwiese gibt es nix, heute Abend nicht und morgen früh auch nicht.
      Und werden wir dort überhaupt in 620 Meter Höhe einen Schlafplatz finden?
      (Zum Glück ist die Wiese eher von historischer Bedeutung und kein ausgewiesenes NSG.)
      Oder müssen wir noch weiter ziehen?
      Also.
      Wasser.
      Schleppen.
      Es folgt kein eigentliches Highlight, eher ein Lowlight, kaum jemand wird die Strecke nachlaufen, denn dieses Mal sind es 400 Meter querfeldein, die wir den Berg hochklettern.
      Irgendein vergessener Pfad versteckt sich so gut, dass wir ihn auch mit Navy nicht mehr finden können.
      Am oberen Ende zeugt ein merkwürdiges, komplett verfallenes Ensemble mit eingestürztem Tor von der ehemaligen Existenz einer menschengeprägten Örtlichkeit.
      Oben in über 600 Metern Höhe auf dem Hochplateau der Hirtenwiese gibt es wenig, kein Wasser, aber eine feine Sitzgruppe mit Tisch.
      Zum Glück ist die Wiese eher von historischer Bedeutung und kein ausgewiesenes NSG.
      Früher trieben die "Ein-Kuh-Bauern" ihre Kühe ebenso wie die Schafhirten ihre Tiere hier oben hin zum Weiden.
      1928/29 trugen einige Dörfer auf der Wiese, die kaum einen waagerechten Quadratmeter aufweist, ihre Fußballspiele gegeneinander aus.
      Im frischen Wind trocknet unser triefend nasses Zelt im Nu, wir finden einen halbwegs geraden Quadratmeter direkt an der Sitzgruppe und schaffen uns mittels dieser und unseres schnell aufgestellten Zeltes ein sonntäglich-temporäres Stück Zuhause.Im letzten Sonnenlicht widmen wir uns der Abendmahlzeit und frönen einmal mehr unseren Hartwürsten, den noch älteren Brötchen und viel Wasser.Allein sind und bleiben wir den ganzen Abend, früh lockt der harte Boden zum Schlaf.
      Dieses Mal erwische ich eine Kuhle, die mich in latent embryonaler Stellung, im unteren Teil des Zeltes eingerollt, aufnimmt.
      Ich schlafe so gut wie lange nicht.
      Zehn Stunden am Stück, nur einmal unterbrochen, wobei wir bei dieser Gelegenheit ein himmelweit klares Sternenzelt bewundern können, wie wir ihn aus dem urbanen Raum gar nicht mehr kennen.
      Dem hl. Rochus, Schutzheiligem u.a. der Landstreicher, sei Dank.

      • 2. August 2020

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