Pfunderer Höhenweg – einsamer, alpiner Höhenweg für erfahrene Bergwanderer

Wander-Collection von Romy von Etappen-Wandern

Schlicht kommt die Wegmarkierung des Pfunderer Höhenwegs daher: ein roter Kreis, weiß umrandet. Was ein bisschen wie eine Zielscheibe anmutet, steht derweil keineswegs für einen schlichten Weg. Zwar ist der alpine Weitwanderweg unverfälscht, einsam und erfüllt den Wunsch nach abgelegenen Wegen in einer ursprünglichen Alpenlandschaft, jedoch testet er die Grenzen alpiner Bergwanderer ein ums andere Mal aus.

6.000 Höhenmeter erwarten dich im Anstieg auf steilen, ausgesetzten und steil abfallenden Pfaden. Einige seilversicherte Passagen und Wege, bei denen man die Hände einsetzen muss, versprechen spannende Wanderungen, die viel Freude bereiten, wenn Trittsicherheit, Orientierungssinn und Schwindelfreiheit vorhanden sind.

Der Pfunderer Höhenweg belohnt dich aber auch für jede Herausforderung mit traumhaften Alpenpanoramen, wilden Felslandschaften, lieblichen Almwiesen und einsamen Bergseen. Von Scharten und Gipfeln hast du traumhafte Ausblicke auf die Dolomiten, die hohen Bergriesen der Zillertaler Alpen und sogar Ortler und Marmolata lassen sich am Horizont erblicken. Eine Wanderung auf dem Pfunderer Höhenweg ist ein unvergessliches Abenteuer.

Einen sehr ausführlichen Reisebericht findest du auch auf meinem Blog.

Auf der Karte

Touren & Highlights

    04:58
    16,2 km
    3,3 km/h
    1 400 m
    310 m

    Was habe ich die hohen Berge vermisst! Ich bin unterwegs auf einem einsamen Höhenweg. Wo? Immer wieder Südtirol. In den beeindruckenden Pfunderer Bergen war ich erst letzten Herbst. Dass hier ein anspruchsvoller Höhenweg mit viel Platz/Höhenmetern zwischen den Hütten liegt, wusste ich bis dahin auch nicht. Ein Weg, der fast nur zwischen 2.000 und 3.000 Metern verläuft. Zudem einsam, aufregend und unverfälscht. Also wie für uns gemacht. 70 Kilometer sind es von Sterzing nach Bruneck, die ersten 17 haben wir heute in dieser beeindruckenden Bergwelt geschafft. Und das war kein Pappenstiel! Die Wege sind unglaublich steil, da sind 1.400 Höhenmeter auf kleinen, schmalen Pfaden, die an den Seiten steil abfallen, mächtig anstrengend – ich war zwischendurch ziemlich kaputt. Allerdings haben wir uns so diese traumhaften Ausblicke auch echt erarbeitet. Dolomiten, Sarntaler Alpen und die großen Zillertaler Gletschergipfel im Norden, einfach genial. Und Lotte? Spielt schon wieder mit den Almhunden 🙈. Wir sind nämlich auf der wunderbaren Simile-Mahd-Alm, was für eine Idylle hier.

    03:26
    10,8 km
    3,1 km/h
    880 m
    610 m

    What a day! Ich weiß ehrlich nicht, wie ich diesen Tag in einem einzigen Post unterkriegen soll. Lange haben wir am Vorabend überlegt, ob wir überhaupt losgehen sollen: Eine Gewitterfront sollte heute über die Zillertaler Alpen ziehen. Wir warfen die Besteigung der 3.135 Meter hohen Wilden Kreuzspitz über Bord und stiefelten gegen 7 Uhr los. Wir waren wirklich überwältigt von dieser zugleich schroffen und lieblichen Bergwelt, die sich uns ständig aus anderer Perspektive präsentierte. Ein „Wow-Effekt“ jagte den nächsten. Absolutes Highlight war der Wilder See, einfach phänomenal, wie er da zwischen den Bergriesen lag. Am Abzweig zur Kreuzspitz – das Wetter hatte bis dahin gehalten – kamen wir kurz ins Wanken, aber unser Glück wollten wir auch nicht überstrapazieren. Eine weise Entscheidung! Kurz darauf zogen dicke Nebelschwaden, später bissiger Regen, Eishagel und kurz vorm letzten Joch schließlich doch das Gewitter auf. Den Eishagelschauer verbrachten wir liegend über unserem Hund Lotte, um sie zu schützen. Dann ging’s rasant wieder runter vom Berg, ab in den Biwaksack und abwarten bis das Gewitter vorbeizog. Als wir dann wieder aufstiegen, war die Stimmung einfach magisch. Die Abstiege auf den Schneefeldern haben wir laufend oder rutschend zurückgelegt und als ich dann endlich die wunderbare Brixener Hütte und die Wurmaulspitze (war da letztes Jahr oben) sah, war ich einfach nur unendlich glücklich. Nun liege ich im komfortablen Winterraum, neben mir ein Radler, ein zufriedener Hund und die Murmeltiere pfeifen fröhlich...

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  • 03:52
    11,1 km
    2,9 km/h
    910 m
    1 010 m

    Ich sage euch, dieser Höhenweg ist definitiv nichts für schwache Nerven. Also in allen Punkten. Hier wechseln sich fröhlich Flüche über steile und anspruchsvolle Pfade mit himmelhochjauchzendem Jubel über diese unberührte und begeisternde Bergwelt ab. Drei Pässe galt es heute zu bezwingen, einer aussichtsreicher als der nächste. Aber steil ist es hier, mannomann. Dünne Höhenluft, enge, steil abfallende Pfade und der schwere Rucksack treffen auf eine unfitte Romy, eine Kombination die meine Grenzen testet. Aber die gute Nachricht ist, heute wurde es hinten raus besser, ich werde also fitter. So war die seilversicherte Krakelei am Ende dieser Etappe eine Herausforderung, die wir gut und sicher gemeistert haben. Jetzt sind wir an unserem tollen Biwak – unsere Zuflucht für heute Nacht – angekommen und überglücklich.

    01:41
    6,26 km
    3,7 km/h
    650 m
    280 m

    Also bei dieser Hüttentour ist der Wettergott nicht auf unserer Seite. Gestern sind wir schon gegen sechs gestartet, da das Wetter den ganzen Tag super instabil war. Zudem sind wir auch nicht die Originalroute über die Gaisscharte, eine schwere seilversicherte Passage, gegangen. Lotte hätten wir über einige Stellen abseilen müssen, das hatte ich zu Hause extra geübt. Aber bei Nässe oder gar Gewitter? Besser nicht. Aber die Umgehung war auch schön, so herrlich wie sich der Eisbruggsee uns zeigte. Und die Wolkenstimmung in den Bergen ist eh genial. Möglicherweise bin ich auch ein bisschen verliebt in Lotte oder auch ein bisschen mehr. So klasse wie die alte Dame da wie eine Bergziege übers Blockwerk kraxelt und auf Altschneefeldern Schneebälle einfordert.

    Schwer
    03:06
    5,18 km
    1,7 km/h
    640 m
    260 m
    Schwere Bergtour. Gute Grundkondition erforderlich. Gute Trittsicherheit, festes Schuhwerk und alpine Erfahrung notwendig.

    Hier handelt es sich um den „Normalweg“ vom Brenniger Biwak zur Edelrauthütte über die Gaisscharte. Diesen Weg solltest du nur bei sehr guten und stabilen Wetterbedingungen gehen. Nebel, Nässe oder gar Gewitter sind lebensbedrohlich. Es wäre nicht das erste Mal, dass hier die Bergrettung eingreifen muss. Mit Hund ist der Weg nicht zu empfehlen, nur wenn du selbst absolut trittsicher und schwindelfrei bist, ein richtiges Klettergeschirr für den Hund dabei habst und diesen auch korrekt über mehrere Meter abseilen kannst. Die Umgehung der Gaisscharte über die Valsscharte habe ich in dieser Collection ebenfalls beschrieben.

    06:37
    14,6 km
    2,2 km/h
    760 m
    960 m

    Von Bergsee zu Bergsee, von Hütte zu Hütte, von Wolkenmeer zu Wolkenmeer. Erneut versuchten wir heute der instabilen Wetterlage zu trotzen. Dafür starteten wir gegen 7 Uhr im milden Licht der aufgehenden Sonne von der Edelrauthütte. Eine Minute später stand ich kurz vor dem ersten Lachkrampf. Morgens ist zwar eigentlich für mich nicht die richtige Zeit dafür, aber Lotte war einfach herrlich. Schmiss sich vor uns ins erste steile Schneefeld und rodelte fröhlich, halb wälzend hinab. Was für eine Freude, soviel Lebenslust bei der Arbeit zuzuschauen! Am traumhaften Eisbruggsee ging’s hinab, später über die erste Scharte und was erwartete uns? Ein zwar durch Wolken leicht verhangenes, aber traumhaftes Dolomiten-Panorama mit Geislerspitzen, Langkogel & Co. Der sich anschließende Hangweg war für Pfunderer Verhältnisse echt entspannt, immerhin passten hier bequem zwei Wanderschuhe nebeneinander drauf. Der letzte Anstieg verlief fast 200 Höhenmeter durchs Altschneefeld und in einer steilen Rinne, forderte aber noch mal meine mürrischen Muskeln. Der Traumblick hinüber auf österreichische gletscherbedeckte Bergriesen und hinab zu unserem Etappenziel der Tiefrastenhütte entschädigte aber definitiv! Und trocken angekommen sind wir auch – perfekt!

    05:05
    19,7 km
    3,9 km/h
    710 m
    2 150 m

    Geschafft! Nach sechs Tagen haben wir heute Abend Bruneck erreicht, sozusagen auf der letzten Rille. Man, da hat dieser Höhenweg uns wirklich noch einmal alles abverlangt. Allerdings war entgegen der Vorhersage das Wetter ganz prima. Rings um uns nur Wolken, über uns ein blaues Loch im Himmel, das fröhlich mit uns mitwanderte – haben wir uns ja auch irgendwie verdient. Wir stiegen morgens von der Tiefrastenhütte ab und bekamen von einem Almwirt Begleitung. Der musste nämlich nach einem Mordsgewitter in der Nacht, das die ganze Hüttenelektrik lahmlegte, nach seinen Kühen, Schafen und Ziegen schauen. Im Plaudern verging der Abstieg wie im Flug, ehe wir die Kammwanderung Richtung Bruneck starteten. Immer fein über Hügel – am Grat entlang ging es nur auf und ab. Die tolle Wolkenstimmung machte die Tour, bei der wir insgesamt sogar fünf 2.000er-Gipfel bestiegen, perfekt. Der letzte Gipfel, der Sambock, verlangte uns noch mal mit viel Kletterei und einer seilversicherten Passage alles ab, ehe wir uns an den Schlussabstieg von 1.600 Höhenmetern machten. Das hat wirklich die allerletzten Reserven gekostet. Dieser Höhenweg hat mich mental und körperlich wie kaum ein anderer Höhenweg herausgefordert. Ich bin mehr als froh, den Weg geschafft zu haben. Umso mehr ziehe ich meinen Hut vor Lotte, die das alles (außer die Gewitter) überhaupt nicht juckte und mit wackelndem Hundepopo immer vorweg stiefelte, als wäre der einzige Sinn des Lebens auf Wanderschaft in den Bergen zu gehen...

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Collection Statistik

  • Touren
    7
  • Distanz
    83,9 km
  • Zeit
    28:46 Std
  • Höhenmeter
    5 940 m

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