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Nicolet

Über Nicolet
Distanz

6 930 km

Zeit in Bewegung

1324:03 Std

Letzte Aktivitäten
  1. Nicolet war wandern.

    vor 2 Tagen

    05:15
    26,6 km
    5,1 km/h
    790 m
    760 m
    Silke 🌸, Mendel Hoffmann und 79 anderen gefällt das.
    1. Nicolet

      Auf Grund der unbeständigen Wetterlage wurde diese Tour erst unmittelbar vor dem Start geplant. Abfahrt 12:59 Amorbach – nicht Paddington. 24 Minuten später, mit Umsteigen, kamen wir in Freudenberg-Kirschfurt an. Der Rückweg sollte uns dann gut 5 Stunden reine Gehzeit kosten.
      Der Nibelungensteig stand schon lange auf dem Plan, wenn auch hier mit ein paar Abweichungen durch eingebaute Pfade. Nach kurzem steilen Anstieg begrüßte uns direkt die Burg Freudenberg, die schon mit herrlichem Ambiente in den Startlöchern für kommende Aufführungen steht. Pfade und traumhafte Blicke wechseln sich ab, der wolkige Himmel hat eine unglaubliche Tiefe und wir verweilen immer wieder begeistert, um den Blick zu genießen. In der wunderschönen Altstadt von Miltenberg gönnen wir uns ein Eis und nehmen uns tatsächlich die Zeit, dieses auf einer Bank in der Sonne zu genießen. Die Burg Miltenberg ist dann leider verschlossen, so dass wir nur durchs Guckloch im Tor einen Blick in den Innenhof werfen können und uns dafür um so mehr an der Aussicht erfreuen. Der dunkle Himmel über uns lässt sich nicht gänzlich verscheuchen aber wir kommen mit einem kurzen Regenschauer davon. Das absolute Highlight des Tages ist für uns die Gotthardsruine. Eine wunderbar erhaltene und sehr beeindruckende dreischiffige Pfeilerbasilika an deren Ende eine Wendeltreppe auf einen Turm hinauf führt. Uns bietet sich ein traumhafter 360 Grad Rundumblick bei strahlendem Sonnenschein und wir beschließen, dass dies der perfekte Platz ist, um bei einem Gläschen Sekt in alten Tour-Erinnerungen zu schwelgen. Zum Abschluss noch ein Bummel durch Amorbach selbst, das im leuchtenden Abendlicht besonders beeindruckt. Was für ein herrlicher Tag.

      • vor 15 Stunden

  2. Nicolet war wandern.

    vor 3 Tagen

    Andreas, Ella und 123 anderen gefällt das.
    1. Nicolet

      Für heute habe ich eine Tour gewählt, die genau in das Schönwetter-Fenster der Vorhersage passen sollte. Im kleinen Ort Staufenberg geparkt und von dort über einen schönen hochbewachsenen Wiesenweg direkt bergan gegangen. Bald schon kaum ich auf das Brunnenwegle. Wobei das Wort „Wegle“ hier nicht ganz angemessen ist. Es handelt sich eher um einen festgefahrenen Schotterweg. Dieser ist gesäumt von einigen originellen Brunnen. Auch die folgenden Wege, abgesehen vom Zick-Zack-Weg, sind bis zum Merkur fast ausschließlich breite Waldwege. Dafür hat man immer wieder herrliche Blicke ins sonnige Tal. Tatsächlich kannte ich den Merkur noch nicht, was mir Dank meines hervorragenden Namensgedächtnisses, im Voraus mal wieder nicht klar gewesen ist. Schön hier oben. Alles sehr gepflegt, eine schöne Rasenfläche, ein herrlicher Blick. Wenn Bahn und Café geöffnet sind, herrscht hier oben sicher reger Andrang. Erst auf breitem Weg, später ein Stück schmaler Pfad und ich gelange zur Teufelskanzel. Heute ist der Tag der Ausblicke und ich genieße auch diesen bei herrlichem Wetter. Hier nun, auf der zweiten Hälfte meiner Tour, mehren sich schöne Pfade. Erst durch die kleine aber idyllische Wolfsschlucht und zum „Verbrannten Felsen“. Dann erneut ein breites Wegstück durch ein herrlich grünes Wiesental. Ab dann erfreue ich mich gänzlich an herrlichen Pfaden, wenn auch leider häufig mit Blick auf Ottenau und mit Straßenlärmbegleitung. Ab Hörden übernimmt dann Flussrauschen die Begleitung auf diesem wunderschöne Pfad der oberhalb eines steilen Felsabhangs verläuft. Die Wegbeschaffenheit wird immer spannender, es scheint als ginge man fast ausschließlich auf einem riesigen Felsmassiv, lediglich überzogen von etwas Waldboden ab und zu. Es zieht immer öfter ein scharfer Wind auf, der dunkle Wolken vor sich her treibt. Die Wettervorhersage hielt aber Wort und ich erreichte noch trockenen Fußes mein Auto.

      • vor 3 Tagen

  3. Beate G., Elke🐕👣 und 148 anderen gefällt das.
    1. Nicolet

      Eigentlich ist mein erklärtes Ziel, nicht mehr als 100 Bilder bei einer Tour zu posten. Bei dieser Tour jedoch habe ich so viele phantastischen Eindrücke gesammelt, da wollte mir das einfach nicht gelingen. Scrollen ist also erlaubt 😊
      Als Urlaubsabschlusstour wollte ich noch mal eine längere Toure machen und da sie einige Highlight beinhaltet die Zeit kosten, hatte ich dafür immerhin 11 Stunden eingeplant. So startete ich um 8:00 in Bad Urach und gönnte mir zur Einstimmung einen kleinen Abstecher in den Ort, um mir das alte Residenzschloss anzuschauen. Wieder zurück am Parkplatz ging es direkt in Serpentinen steil bergan. Bereits nach 2 km lag die Ruine Hohenurach vor mir, mein Navi steuerte mich aber zuerst drumherum. Ein sehr schmalen Pfad in steilem Gelände führte mich zur Spalthöhle. Mit etwas Geschick lies es sich hier einfach hinauf kraxeln, da ich aber beim Absteigen mich nicht sehr heldenhaft verhalte, sparte ich mir den letzten großen Schritt und kehrte um. Wie hatte ich das auf dem Hinweg übersehen können? Kam man nun von dieser Seite, war ein riesiger Höhleneingang nicht zu übersehen und ich fix hinaufgestiegen. Eine große Vorhöhle in der ein Fackelherz und auf jeden Steinsims ein Teelicht stand zeugte von einem sehr gemütlichen Abend (wenn auch verboten und der Müll auch nicht hätte zurückgelassen werden müssen). Die Felsformationen in der Art von Tropfsteinhöhlen begeisterte mich sofort und meine Stirnlampe hatte ich auch bereits griffbereit. Aufgeregt erkundete ich jeden Winkel dieser nicht allzu großen Höhle bevor ich den „Bergwanderweg“ zurück zur Burg ansteuerte. Hier sollte ich gleich die nächste Überraschung erleben. Direkt am ersten Burgtor, zweigte eine Tür in eine ziemlich verschachtelte „5-Zimmer-Wohnung“ ab, jeder Raum mit mindestens einem Fenster und phantastischem Ausblick. Selbst der Torwächter war hier zu beneiden. Eine große Freifläche, von Mauer umgeben, mit Blick auf die ehemaligen Türme folgte, dann das zweite Burgtor, man sollte eher Tunnel sagen, mit wiederum unzähligen Räumen dahinter. Ich war völlig gefangen von den Blicken und Eindrücken. Ein Blick auf die Uhr zeigte mir, dass ich bereits über 1 ½ Stunden unterwegs war, 339hm und gerade mal 3,2 km zurückgelegt hatte. Das konnte ja heiter werden. Also die Stöcke geschwungen und mit viel Elan die recht steile Pfaffensteige emporgestiegen. Offensichtlich hatte ich diese alleine wegen ihrer Schönheit eingeplant – völlig zu Recht – es ging jedenfalls wieder auf ebenso herrlichem Weg mit traumhaften Treppen hinab bis zum Kopf des Bad Uracher Wasserfalls. Mit Blick in die Tiefe und ins Tal fällt er einfach ungebremst vor einem hinab ins Tal. Sehr schön anzusehen aber die Berühmtheit erklärte sich für mich hier noch nicht. Also wieder mal einer der zahlreichen Schlenker die ich heute eingeplant hatte genommen und den Weg hinab ins Tal angesteuert. Zwei Serpentinen weiter sah ich schon den Wassernebel stieben. Eine Treppe führte direkt hinein, eine herrliche Sommerdushe. Die kommenden Serpentinen waren bereits recht überfutet und wollte man die Treppen hinunter gehen, wären Gummistiefel angebracht gewesen. Was für ein Spektakel. Das Wasser wurde in unzählige weitere kleine Fälle unterteilt die über grün leuchtendes Moos verteilt wurden. Der strahlend blaue Himmel tat das seine zu dieser atemberaubenden Stimmung. Ich kehrte um und bog rechts in den „Weg durch die Hölle“. Schlagartig überfiel mich eine unheimliche Stille. Nur wenige Meter vom Publikumsmagnet entfernt waren weder die vielen Stimmen noch das Rauschen des Wasserfalls zu vernehmen. Lediglich die verschiedensten Vogelstimmen durchbrachen die Stille und den kommende Pfad empfand ich alles andere als die Hölle. Links begleitet von steil aufragenden Felswänden, rechts der Blick ins sanfte Tal gekrönt mit der Ruine Hohenurach verrgaß ich fast das Atmen. Knapp drei Kilometer weiter stieß ich dann auf den weit weniger bekannten aber absolut bezaubernden Gütersteiner Wasserfall. Durch zahlreiche Rinnen fließt das Wasser in einen Fels-See der von dicken Moosteppichen umgeben ist. Ganz besonders faszinierte mich die lange Felsnase die als eine Art Aquädukt diente. Weiter bergan. Nach 10 km hatte ich bereits fast 900hm. Lt. Komoot hatte die gesamte Tour ca. 1300, es konnte also nicht mehr so viel kommen. Da lichtete sich der Wald und ich stand auf einer von Löwenzahn übersäten, gelb leuchtenden Wiese. Sollte ich abkürzen? Was erwartete mich bei dem kommenden Schlenker? Die Hohe Warte, ok die muss mit. Auf schnurgeradem breitem Weg und 1 km langen Weg geht es direkt zum Aussichtsturm, der dann leider aus allseits bekannten Gründen geschlossen war. Ab hier ging es ziemlich lange ohne großes Gefälle oder Steigung erst mit atemberaubenden Blick ins Tal, später über grüne Wiesen ins nächste Tal. Hier konnte ich etwas Kraft tanken und durchatmen. Unten im Tal eine Landstraße überquert und wieder ging es steil in Serpentienen bergauf. Selten konnte ich meine Stöcke so gut gebrauchen wie heute. Zu meiner Enttäuschung ist die Ruine Hohenwittlingen vollkommen eingerüstet, so dass man nicht einmal ansatzweise erahnen kann, was sich sonst dahinter verbirgt. Hätte ich mir diesen anstrengenden Schlenker schenken können? Wie immer hatte ich meine kommenden Highlights nicht im Blick aber die Pfade die ganze Tour über waren so herrlich, dass es darauf auch gar nicht wirklich ankam. Weil‘s so schön war, wieder im Zick-Zack, hier auch mit Treppen, bergab und plötzlich stand ich vor der Schillerhöhle. Yieppieh, die Tür war geöffnet. In Informationen im Internet waren widersprüchlich gewesen ob die Fledermäuse nun ab Mitte April oder ab Mitte Mai nicht mehr geschont werden müssten.
      Rasch die Stirnlampe gezückt, meine Stöcke deponiert und mit großen Augen dem Inneren der Höhle genähert. Ich war begeistert von den Felsformationen, den Farben, dem völlig glatt gewaschenen Fels der sich wie poliert anfühlte. Mal wurde der Weg schmäler, dann wieder breiter, irgendwann kam eine niedrige Stelle und ich beschloss meinen Rucksack ebenfalls abzustellen. In dem Moment kamen drei „Höhlenkundler“ aus der Tiefe der Höhle empor, in roten Arbeiteroveralls, mit Helm und Stirnlampe. Sie rieten mir dringend, die Griffschlaufen meiner Stöcke ebenfalls auszuziehen, da alles sehr schlammig sei. Ich hatte nicht vor, so tief hinab zu steigen um auf allen vieren hindurch zu krabbeln, folgte aber trotzdem ihrem Rat. Stetig ging es immer weiter bergab und selbst mit meinen neuen Sohlen rutschte ich immer wieder auf dem polierten Boden aus. Eine kleine Höhle mit unterirdischem See, ein ansteigendes „Zimmer“, der Weg mäanderte immer weiter in die Tiefe. Dann kam ein Felsabbruch, den ich mir alleine nicht traute hinabzusteigen, wer weiß, ob ich auf dem glatten Untergrund wieder hoch käme. Beim Umkehren kommt mir ein Pärchen, lediglich mit Handybeleuchtung ausgerüstet, entgegen. Sie tapsten halb im Dunkeln und wollten schon umkehren. Ich bot ihnen an, mit ihnen zusammen weiter hinab zu gehen. Der junge Mann wollte natürlich auch die Felsstufe überwinden und so kam ich dann doch noch zu meinem Abstieg. Ab hier wäre es auf allen vieren weiter gegangen wozu wir alle drei keine Lust hatten. Wieder zurück am Ausgang war ich nicht nur voller Adrenalin sondern von oben bis unten voller Schlamm, sogar mein Handy, weil ich es immer wieder angefasst hatte. Jetzt hatte ich wieder richtig Schwung und Elan und konnte es kaum glauben, dass es das immer noch nicht gewesen sein sollte. Durch eine schmale Schlucht ging es wieder bergan. Hier konnte ich dann auch endlich meine notdürftig abgewischten Hände waschen. Beim nächsten Abstieg fing dann endlich ein Knie von mir an zu mucken. Abstiege kann es gar nicht leiden und ich war froh als es wieder bergan ging. Die letzten Kilometer ging es dann mit grandiosem Blick an zahlreichen Felsabbrüchen und Kletterern vorbei und mir grauste und ich sehnte ihn gleichermaßen herbei, den Abstieg, welches Knie Nummer zwei dann ebenfalls zum deutlichen Meckern nutzte. Glückselig falle ich in mein Auto und leere eine inzwischen lauwarme Flasche Wasser. Was für ein Tag, welch eine Tour. Das ist ein Urlaubsabschluss von dem ich noch lange zehren werde.

      • vor 7 Tagen

  4. Hunsbuckel, Alf und 149 anderen gefällt das.
    1. Nicolet

      Als Google Maps einen riesigen Stau zu der heute geplanten Tour vermeldet, plane ich kurzerhand um und fahre nach Schöntal und zwar mitten in einen schwarzen Himmel. So regnet es dann auch leicht als ich wagemutig aussteige. Nach wenigen Minuten führt mich der Weg durch eine kleine Klamm. Das mich begleitende Bachgurgeln und Vogelgezwitscher verschmilzt langsam mit dem Duft von Raps und Kuhdung, um das Gegurgel dann schliesslich hinter sich zu lassen. Ich gehe auf einem schmalen notdürftig geteerten Pfad zwischen Kuhwiesen, Rapsfeldern und mehreren kleinen Seen hindurch um dann zur Wallfahrtskiche Neusass zu gelangen. Wie unglaublich idyllisch ist es hier und völlig unbemerkt ist auch der Regen versiegt. Da dies lediglich ein Abstecher ist, kehre ich auf dem gleichen Stück wenige hundert Meter zurück, um dann meine eigentliche Runde einzuschlagen. Ich komme an einem Steinbruch vorbei an dem sich ein kleiner Bagger mit lautem Gerumpel damit abmüht Oberflächenerde und Gestein abzutragen. Mittlerweile kann ich meine Regenjacke gegen die Sonnenbrille tauschen und schlängle mich auf einem Singletrail den Berg hinab. Hier verpasse ich den nächsten schmalen Trail und lande am Ausgang des Steinbruchs. Hier ist Durchgang verboten und ich muss umkehren. Zuvor schieße ich jedoch noch fix ein Bild von einem der riesigen Schlepper. Auf der Straße im Tal angelangt führt mich mein Weg direkt durch das Kieswerk. Hier ist erneut Durchgang verboten. Ich sehe keine anderen Möglichkeit auf meinen weiteren Weg zu kommen und gehe langsam weiter, immer darauf gewappnet gleich aufgehalten zu werden. Der einzige anwesende im Wiegehäuschen beachtet mich nicht. Zu meinem großen Erstaunen erwartet mich am Ausgang des Kieswerks ein Wegweiser Jagst Kulturwanderweg. Sehr sonderbar. Dieser führt direkt auf wunderschönem Pfad durch grüne Bodendecker, rechter Hand von der Jagst begleitet und linker Hand verlaufen alten völlig bemooste Schienen. Irgendwann quere ich die Schienen, die weiterhin an der Jagst entlang führen und mein Weg steigt hinan bis auf weites Feld. Hier erhasche ich einen ersten Blick auf die Götzburg. Schön, wenn man sein Ziel schon von Weitem sieht und sich langsam nähert. Je näher ich komme, um so mehr freue ich mich auf die Besichtigung. Und welche Freude, die Schienen sind auch wieder da. Ich näher mich immer weiter dem Ort und zu meiner großen Verwunderung führt mich mein Weg nicht über die Brücke hinein sondern weg vom Ort auf einen herrlichen Grasweg direkt an der Jagst entlang, die hier so ruhig fließt, dass ich die Fließrichtung nicht erkennen kann. Meine Freund die Schienen begleiten mich auch wieder. Die ganze Zeit davon überzeugt, dass es sich um Schienen für Loren des Kieswerks handelt, lese ich zu Hause, dass es hier eine Schmalspurbahn gegeben hat, die auch wieder aufgebaut werden soll. Sehr sonderbar. Angesichts des Zustandes kann ich mir wirklich nicht vorstellen, dass sie vom gleichen Schienennetz sprechen, das mich die letzten Kilometer belgeitet hat. An der nächsten Brücke und Staustufe überquere ich dann endlich die Jagst und komme von dieser Seite nach Jagsthausen hinein. Mein Weg führt mich an einer alten römischen Badeanstalt mitten im Ort direkt zum Weißen Schloss. Ein prächtiger Bau, der, wie kann es anders sein, der Familie von Berlichingen gehört. Da ich hier nicht über den Zaun klettern möchte, suche ich mir einen anderen Weg als von Komoot vorgeschlagen und stoße direkt auf das Rote Schloss. Ein großes Anwesen mit Nebengebäuden, das auch ein Restaurant beherbergt. Hier traue ich mich dann wieder aufs Grundstück und kann noch das Weiße Schloss von hinten bewundern. Kaum drehe ich mich herum, sehe ich auch schon die Götzburg. Ein Hochgefühl überkommt mich, was für eine herrliche Burg (oder Schloß?) und hier kommt der allseits bekannte und berühmt Götz von Berlichingen her? Ich fühle mich mitten in der Geschichte und umrunde das Gebäude so gut wie irgend möglich. Von hier gehe ich ein Stück auf dem Gehweg einer Ortsstraße entlang bis ich wieder auf einen schmalen Weg mit grandiosem Blick ins Jagsttal gelange. Sonne und Wolken lösen sich beständig ab und jedes Mal wenn ich die Jacke hervorkramen möchte, kommt die Sonne wieder zum Vorschein. Ich genieße so gut wie jeden Meter dieser herrlichen und entspannenden Tour. So viele Eindrücke auf solch kurzer Strecke ohne viele Höhenmeter. Das ist Urlaub pur. Verschweigen möchte ich jedoch nicht, dass leider drei Wegstücke (ca. 50m, 100m und 300m) an der zum Glück verkehrsarmen Straßen entlang gehen.
      Schon von Weitem erblicke ich mein letztes großes Highlight. Was für ein monumentales Kloster. Ein Gebäudeteil reiht sich ans nächst und dazwischen eine gewaltige Kirche. Da werde ich an den Abstecher zum Storchentum erinnert von dem aus man einen ganz wunderbaren Blick ins Tal und auf das Kloster hat. Ungeduldig beschleunige ich meinen Schritt, widme dem schönen alten Bahnhofsgebäude nur wenige Blicke und gehe durchs Portal aufs Gelände des ehemaligen Zisterzienserklosters. Welch eine Pracht, alles in hervorragendem Zustand, kein Mensch weit und breit (wie auch die übrige Tour, fällt mir gerade auf). In Ruhe lasse ich alles auf mich wirken. Komoot beendet hier den Weg aber ich weiß, dass ich schon die weithin sichtbare Heilig-Grab-Kapelle noch besichtigen möchte und gehe den Kreuzweg hinauf. Von dort führt mich dann wieder ein schmaler Wiesenweg durch blühende Wiesen und einen letzten Blick auf das Kloster Schöntal zurück zum Auto. Die heutige Tour hat mich völlig begeistert und ich stelle fest, dass man auch an relativ kurzen Touren große Freude haben kann.

      • 3. Mai 2021

  5. Elvira, Bluesilver und 119 anderen gefällt das.
    1. Nicolet

      Vorsicht laaange Geschichte :-)Dank der Wettervorhersage führte mich meine heutige Tour in den Hunsrück. Wohl dem Feiertag zu verdanken, war die Autobahn am Morgen so leer, dass ich für ein völlig still verharrendes Reh auf der Autobahn meine Geschwindigkeit bis auf 30 drosseln konnte, bis es sich final entschlossen hatte, welche Richtung es einschlagen wollte. Als ich um 8:30 auf dem Parkplatz eintraf, fand ich ihn völlig jungfräulich vor, wie auch die Wege der kommenden 4 Stunden. Direkt am Parkplatz wird man mit einem Schild darauf hingewiesen nun den schönsten Wanderweg Deutschlands von 2012 vor sich zu haben. Oh je, ich ahnte fürchterliches … Meine Sorgen schnell verworfen erklomm ich direkt den steil vor mir liegenden kleinen Fels und welch Überraschung, sofort bot sich mir ein phantastischer Blick ins Tal und auf die unglaublich riesige Schmidtburg. Welch ein Anblick. Leider war das Wetter völlig trüb und die gigantische Burg verschmolz förmlich mit dem Hintergrund. Ich nahm mir vor, sollte im Laufe des Tages noch die Sonne hervorkommen, würde ich am Ende der Tour nochmals auf diesen Felsen steigen.
      Von hier ging es direkt auf schmalem Pfad, ich wusste gar nicht wohin ich zuerst gehen und schauen sollte, rechts zwei Höhleneingänge (auf Grund der Unmengen Bilder die ich im Laufe des Tages gemacht habe, wurden diese wieder gelöscht) und ein weiterer auf der linken Seite mit der Schutzpatronin der Bergleute, die hier sehr gut aufgehoben ist, ist doch das gesamte Gebiet ein einziges Schieferabbaugebiet. Schon bald der nächste Aussichtspunkt, wieder auf die Burg mit etwas anderer Perspektive. Es sollte noch zahlreiche Aussichtspunkte auf die Burg im Laufe des Tages geben und jedes Mal schoß ich voll Bewunderung ein weiteres Foto. Man konnte sich gar nicht satt sehen daran. Der zumeist schmale Pfad auf felsigem Schieferuntergrund führt an zahlreichen Stollen und Höhlen vorbei, die Schienen die hier scheinbar in den Abgrund führen, müssen mal über eine Brücke verlaufen sein, wie ein kleiner Brückenpfeiler auf der anderen Seite vermuten lässt. Ich verlasse den vermutlich deutlich kürzeren prämierten Pfad durch den Wald und komme an eine kleine Siedlung. Hier möchte ein Anwohner unbedingt wissen, wie meine Tour verläuft, tut sich jedoch enorm schwer mit meiner Komoot-Karte ist aber trotzdem völlig überzeugt, dass ich einen viel schöneren Weg hätte wählen können auch die Existenz meines angeblichen Stollens lehnt er kategorisch ab. Ziemlich verunsichert aber trotzdem entschlossen, da nur ein kleiner Umweg, führe ich meinen Weg fort und keinen Kilometer später stehe ich vor dem Stollen mit einem völlig verrosteten aber offenstehenden Tor. Fix packe ich meine Stirnlampe aus und gehe leicht gebückt in den Stollen. Das vermeintliche dritte Gleis entpuppt sich als altes Wasserrohr, was weiter drinnen noch von der Decke hängt. Alleine lange nicht so mutig wie zu weit gehe ich aber nicht weit und kehre um. Trotzdem hat sich der Weg für mich gelohnt. Tatsächlich zieht sich der Weg jetzt etwas über Wiesenwege und beschauliche Hügel mit Blick in die Ferne, der mit Sonne sicher noch um einiges schöner gewesen wäre. Wieder im Wald hatte ich mir gemerkt, dass ein kleines Holzmännchen den Abzweiger zu einem Offgrid-Abschnitt darstellen würde. Dieser war aber absolut nicht zu verfehlen, ausgeschildert und ein recht breiter Pfad. Ganz anders als der später folgende Pfad, der deutlich auf der Karte markiert aber partout nicht zu sehen war. Es macht nun auch keinen Unterschied mehr und ich gehe quer durch den Wald um auf den parallelen Pfad zu gelangen. Wow, das nenne ich mal einen Wanderweg. Zwar deutlich zu erkennen aber fast ausschließlich über größtenteils bemooste Steine muss man auf jeden Schritt achten. So macht Wandern wirklich Freude. Hätte ich geahnt, dass es sich bei dem kommenden angegebenen Highlight lediglich um eine Steinmännchensiedlung handelt, hätte ich diesen wundervollen Weg sicher verpasst. Diese Steinmännchensiedlung hat tatsächlich ihren ganz besonderen Reiz. Schon von weitem leuchtet sie förmlich durch den Wald und zieht sich wie ein kleines Feld sogar den Hang hinunter. So etwas habe ich noch nicht gesehen. Weiter führt der Pfad bis zum Aussichtsfelsen Blickenstein, leider auch mit Kraxelei nach ganz oben so gut wie kein Ausblick zu erhaschen. Den Pfad zurück durch den mystischen Wald in dem sich unzählige schmale Stämme schlängelnd gen Himmel winden. Das spannendest vom lange angekündigten Teufelsfels ist die Geschichte drum herum. Der Turm, den ich natürlich sofort erklimme strahlt mit den vielen Flaschenscherben im Inneren eine düstere Stimmung zwischen Betonbunker und Lost Place aus. Dafür begeistert das daneben erstellte Blockhaus um so mehr. Mit viel Liebe zum Detail wurde es gestaltet, mit wunderschöner Terrasse und einem sehr gemütlichen Inneren, sogar mit Leiter zum Boden zum Übernachten. Nun aber endlich Richtung Schmidtburg. Dort angekommen erschließt sich erst die unglaubliche Größe dieser Burg. Unendlich viele Ecken, Winkel, Türme und Treppen gilt es zu erkunden. Fahrrillen in den Fels gegraben, die erahnen lassen welch Gerumpel die Karren und Kutschen ertragen mussten. Es gibt ein Backhaus, Pferdeställe, einen Burghof und vieles mehr. Eine unerwartete Besonderheit ist, dass man auf der Burg campen darf und einige ehemalige Räume als einzelne Campingparzellen ausgewiesen sind. Hierfür sind sogar Grillstellen und Toiletten vorgesehen. Sicher ein tolles Erlebnis im Sommer mit Sternenhimmel. Ab der Burg mehren sich jetzt auch die mir entgegenkommenden Leute. Nach der Erkundung der nächsten Höhle, bei der ich mich viel mutiger fühle, kommen mir wahre Menschenströme entgegen. Kein Mäuerchen, Bänkchen oder Flecken Wiese ist mehr zum Sitzen zu ergattern. So wird auch die Ruine Hellkirch nur kurz von außen abgelichtet und ich gehe rasch weiter. Ich bin richtig froh, als ich mich wieder vom Hauptwanderweg entferne, und ich den Weg wieder für mich habe. Nach der geschlossenen Keltensiedlung führt mich der Weg wieder zurück Richtung Parkplatz, hier entdecke ich tatsächlich noch einen wohl unbekannten Aussichtspunkt an einem weiteren Stollen. Auf dem Parkplatz angekommen trifft mich fast der Schlag, die Fahrzeuge stapeln sich förmlich, Menschenmassen stehen herum und vor drei Campingmobilen sitzen Familien mit ihren Kindern und beobachten das Treiben auf dem Parkplatz. Nichts wie weg. In Erinnerung der ruhigen Wege und phantastischen Blicke schwelgend trete ich die Heimreise an.

      • 2. Mai 2021

  6. Kurt Fortwängler, Manfred R.K. und 189 anderen gefällt das.
    1. Nicolet

      Diese Tour hat eine mehrmonatige Entstehungsgeschichte. Zuerst stieß ich auf das Enzviadukt, das es mir direkt angetan hatte. Mit Mühe bastelte ich eine Tour von 7 km zusammen, was die weite Anreise noch lange nicht rechtfertigte. Im Laufe der Monate entdeckte ich immer mehr Sehenswürdigkeiten in der Umgebung und so entstand schließlich diese Tour. Ich hatte sie mir als „gemütlich“ gekennzeichnet, da sie nur wenige Höhenmeter überwindet. Alle Punkte die ich sehen wollte, waren jeder für sich durchaus interessant und sehenswert und durch die Kontraste der jeweiligen Highlights war die Tour sehr abwechslungsreich. Verschätzt hatte ich mich aber mit den Strecken zwischen den Glanzstücken. Noch auf keiner meiner Touren bin ich jemals so viel geradeaus gegangen und mir wurde deutlich, pilgern ist nichts für mich. Für mich gilt ganz eindeutig, der Weg ist das Ziel und sollte daher auch eine gewisse Attraktivität mit sich bringen.Wiedermal startete die Tour mit einem baldigen Anstieg. Schon von Weitem hatte ich diese phantastische Steige durch den Weinberg entdeckt und war direkt darauf zu gestürmt. Diese war teilweise so schmal, dass man Mühe hatte, die Knie aneinander vorbeizuführen. Bei 5 Grad Starttemperatur kam dieser steile Anstieg gerade recht. Oben angekommen entdeckte ich, dass dies gar nicht der offizielle Weg gewesen war, sondern dieser nur wenige Meter daneben verlaufen wäre (so richtig schön mit Geländer usw.). Idyllisch ging es weiter durch ein blauen Himmel mit Blütenmeer und fast hätten wir den Mäuseturm verpasst.
      Die Ruine Altsachsenheim, eine damals dreistöckig genutzte Burg, erstaunt dadurch, dass sie quasi keine Fenster besitzt. Ob sie wohl mit Innenhof genutzt wurde und die Wohneinheiten ihre Fenster dahin ausgerichtet hatten?
      Der breite Weg wurde städtisch und beim Überqueren der Enz konnte man den ersten Blick auf das gigantische Enzviadukt werfen. Die Enz wird begleitet durcheinen steinzeitlichen Sandsteinbruch. Von allen Seiten bestaunen wir das 1851 erbaute Viadukt das noch immer von der Eisenbahn genutzt wird. Bietigheim-Bissingen, das wir über eine Fußgängerbrücke betreten, begeistert mich mit seinen Kanälen und wunderhübsch restaurierten Fachwerkhäusern. Hier gönnen wir uns bei noch kaltem aber sonnigen Wetter ein Eis. Um den städtischen Marsch nicht all zu weit auszudehnen umrunden wir den urbanen Stadtgürtel durch den Stadtwald und kommen dabei auch an einem Bunker vorbei. Hier beginnen die endlosen Geradeauswege, erst durch den Wald dann über Felder bis wir zum Schloss Monrepos gelangen. Mit vielen anderen genießen wir den Blick auf den See, das Schloss und die verfallene Kapelle im Monrepos-See bei einem Vesper. Besonders faszinierend ist die Kapelle, die sich auf der Insel des Sees befindet. Der Turm noch völlig in Takt, das Gemäuer der Kirche scheinbar ebenso, aber das Dach ist mittlerweile eingestürzt. Zahlreiche Schilder, dass das Überqueren des Eises polizeilich verboten sei, zeugen davon, dass nicht nur wir liebend gerne dort herumstöbern würden.
      Es folgt eine weitere laaange Strecke geradeaus über Felder bis nach Asperg. Beim Emporsteigen einer endlos langen Treppe hat man die ganze Zeit einen dicken runden Turm vor Augen. Oben angekommen steht man vor der seit 10 Jahren in Restaurierung befindlichen Festung Hohenasperg, in der wiederum ein Gefängniskrankenhaus untergebracht ist. Inmitten der Burganlage sieht man Bereiche die mit glänzendem Stacheldraht eingezäunt sind. Den Rest kann man besichtigen, es gibt zudem ein Museum und ein Café (das geschlossen ist). Ein komisches Gefühl – nie hätte ich gedacht, dass man so nah an all die altertümlichen Gebäude herangelassen würde. Auf schmalem Pfad geht es wieder hinab, um anschliessend seeehr lange geradeaus über Felder bis ins Leudelsbachtal zu führen. Dort werden wir für unsere Ausdauer belohnt. Wunderbar idyllisch verläuft links von uns der Bach und rechts von uns endlose und sehr steile ehemalige Weinterrassen und schmale Pfade führen bergauf, bergab. Sehr beeindruckend. Als kleines Sahnehäubchen am Schluss folgt noch das Schloss Unterriexingen, das aber bewohnt ist und uns daher nur einen Blick über die Mauer gönnt.

      • 28. April 2021

  7. Hubert F., Jürgen Hild und 140 anderen gefällt das.
    1. Nicolet

      Diese Tour entstand nach einer Idee von KISS komoot.de/tour/301339738 mit den mir typischen Erweiterungen (ich könnte ja etwas verpassen…). Vielen Dank an KISS an dieser Stelle. Rein zufällig war der Parkplatz absolut perfekt gewählt, nach ca. 20 Metern auf dem Gehweg ging es direkt auf eine Treppe und dann über schmalen Pfad durch das Felsenlabyrinth. Nach knapp 600 Metern standen wir bereits vor der Brillenhöhle. Diese ist leider abgesperrt aber man kann einen guten Blick hineinwerfen. Weiter über schmalen Pfad mit Blick auf gigantische Felsformationen die hier nicht aus Sandstein bestehen sondern aus Jurakalk und eine völlig andere Charakteristik aufweisen als ich es aus der Pfalz kenne. Steil geht es hinauf bis zur bekannten Küssenden Sau, neben der eine Felsöffnung hindurchführt. Von der folgenden Ruine Günzelburg ist nicht mehr viel zu sehen außer einem Turmrest, eine herrliche Treppe und natürlich die Aussicht ins weite Tal. Ganz nach meinem Geschmack verlaufen auch die kommenden Wege, die sich durch den Wald und über Wiesen schlängeln. Erstaunlich wie zurückgeblieben die Natur hier noch ist, häufig erscheint es, als würde man durch einen Herbstwald gehen.
      Schon aus der Entfernung konnte man somit zwischen den Bäumen die enorme Felsformation und dann bald auch einige Höhlenlöcher der Sirgensteinhöhle erkennen. Mit Spannung stapften wir die flachen Stufen hinauf und standen vor einem kleinen Höhleneingang. Dieser führte über ein paar Stufen wieder hinaus ans Licht und war somit schnell besichtigt. Eines der großen Highlights des Tages sollte jetzt folgen. Der flache und relativ breite, leicht überhängende Eingang der Sirgensteinhöhle lässt nicht vermuten, was einen dahinter erwartet. Erst einmal nur finstere Schwärze. Schnell zurück zum Ausgang und die Stirnlampe ausgepackt. Die Höhle öffnet sich nach Hinten sowohl in der Breite als auch in der Höhe. Weit oben sieht man durch zwei Löcher in den Himmel, die aber nicht dazu ausreichen, die Höhle aus ihrer Finsternis zu befreiten. Immer tiefer gehen wir in die nach Hinten wieder schmäler werdende Höhle hinein und fühlen uns wie die Höhlenforscher, in dem wir mit der Lampe in jede Ecke, um jeden Felsvorsprung herum leuchten. Ein großartiges Erlebnis und auf den Bilder kaum vorstellbar, dass es ohne Lampe stockfinster gewesen wäre. Vor dem Höhleneingang steht eine Bank und wir nutzen dieses phantastische Ambiente um beim Vesper unserer Phantasie freien Lauf zu lassen, soll die diese Höhle doch bereits vor 80.000 Jahre besiedelt worden sein. Unglaublich.
      Von hier geht es im Zick-Zack hinab ins Tal und über weite grüne Wiesen auf die andere Seite des Gebirgszuges. Dort befindet sich der „Hohle Fels“, in dem die ca. 40.000 Jahre alte Venus entdeckt worden war. Der Eingang sah sehr vielversprechend aus, auch Corona scheint hier kein Schließungsgrund zu sein, dafür machten uns die Fledermäuse einen Strich durch die Rechnung. Wir waren ein paar Tage zu früh.
      Auf dem weiteren Weg bewunderten wir wieder die rechts oben von uns liegenden Felsformationen, teilweise durchlöchert und hochspannend. Schnell ein Blick auf die Karte und die Vorfreude stieg, unser Weg sollte uns daran vorbei führen. Das Geißenklösterle begeisterte wieder mit Blick und Felsdurchbruch durch den sich wie eine Schlange ein knorziger Baum wand.
      Schnell verging die Zeit mit interessanten Gesprächen bis der Aussichtspunkt Schillerstein vor uns auftauchte. Eine Aussichtskanzel mit Portal – so etwas hatte ich noch nie gesehen. Bei dem herrlichen Blick in die Weite entdeckten wir allerdings eine Ruine auf der gegenüberliegenden Bergkette und direkt kam die Frage auf „gehen wir da hin?“. Erst einmal ging es nach unten, wir überquerten eine Straße, passierten eine Art Park und überquerten die Blau bevor es in Serpentinen wieder anstieg. Ein Felsdurchgang mit integrierter Höhle ohne Namen, Stufen die in die benachbarte Höhle führten und ein steinernes Gesicht aus Herr der Ringe, das mich anstarrte versüßte uns die Steigung bis zum Rusenschloss. Das von unten so faszinierend daliegende Rusenschloss verlor für mich etwas seinen Reiz, als wir die Stufen dazu emporstiegen. Es war absolut neu und perfekt restauriert – oder wahrscheinlich eher neu rekonstruiert und versprühte für mich nicht den Charme einer alten Burg. Dafür war der Blick umso schöner.
      Beim Blick auf die Karte stellten wir beruhigt fest, dass nur noch eine Steigung folgend sollte und das längst fällige Eis bald auf uns warten würde. Vor der süßen Belohnung standen allerdings noch zwei Besonderheiten. Der lange erwartete und viel gerühmte Blautopf. Corona gemäß mussten wir den Weg etwas ändern, da er nur in eine Richtung begangen werden durfte. Das milchige Blau, das ich auf Bildern gesehen hatte, blieb uns verwehrt, dafür leuchtete das Wasser azurblau, war so spiegelklar, dass grüne Wasserpflanzen hindurchleuchteten und sowohl Mühle als auch Kirche spiegelten sich im Wasser. Sehr idyllisch.
      Auf dem anschliessenden Weg in die Altstadt ein hölzernes Tor das recht privat aussah, unser Weg sollte aber hindurchführen. Wir standen auf dem Klostergelände von Blaubeuren. Das erste was mich begeisterte waren die bunt gekachelten Turmdächer. Erst auf den zweiten Blick entdeckte ich, wie unglaublich alt all diese Gebäude sein mussten. Man sah dem Holz an, was es bereits alles erlebt haben musste. Von der Seite betrachtet sah man, wie wellig die Wände der Gebäude waren. Liest man die Geschichte des Klosters Blaubeuren kann man erahnen, wie diese tiefgehende Ausstrahlung und nachhaltige Wirkung es auf mich hatte zu Stande kam. „Das Kloster war ein um 1085 gegründetes Kloster des Benediktinerordens in unmittelbarer Nähe des Blautopfs und wurde 1466–1501 weitgehend neu erbaut. … Besiedelt wurde das Kloster mit Mönchen aus dem Kloster Hirsau, (auch ein sehr beeindruckendes Kloster) … So sollen 1347 der Prior und 1407 der Abt durch Mönche ermordet worden sein. Zur selben Zeit herrschte auch die Pest in Mitteleuropa”
      Verlässt man das Kloster landet man unmittelbar im Mühlenviertel. Auch hier hätte ich noch weiter dem Bachlauf folgen können, so viele schöne alte Gebäude … aber das Eis rief, das uns für die letzte Steigung zurück zum Parkplatz stärken sollte.

      • 28. April 2021

  8. Nicolet war wandern.

    25. April 2021

    Andreas, Kosmetik und 119 anderen gefällt das.
    1. Nicolet


      Für die Auswahl meiner heutigen Tour war ein halbes Psychologiestudium von Nöten und der Algorithmus meines Tourenauswahlprogramms kam ganz schön ins Schwitzen bis es aus allen Eingabekriterien diese Tour ausgespuckt hat. Es hat sich gelohnt, diese gemütliche Runde war genau diese Art von Zerstreuung, Anstrengung und Entspannung die ich heute gebraucht habe.

      • 25. April 2021

  9. Ralf Kaidel, Alf und 127 anderen gefällt das.
    1. Nicolet

      Es hätte so viel zu dieser Tour zu berichten gegeben. Leider habe ich dabei meinen Autoschlüssel verloren, so dass wir sie nochmals abgegangen sind (leider erfolglos) und mir heute einfach nicht der Sinn danach steht - vielleicht hole ich es nach.

      • 22. April 2021

  10. Nicolet und Lada waren wandern.

    17. April 2021

    christian, Ralf Kaidel und 112 anderen gefällt das.
    1. Nicolet

      Je näher das Wochenende rückte, desto volatiler wurde die Wettervorhersage. Daher habe ich mein Glück mit dem Wetterradar versucht und eine Gegend herausgesucht, mit den wenigsten Wolken auf dem Satellitenbild. Es sollte mal wieder in die Pfalz gehen.
      Die erste Überraschung begrüßte uns mit einem alten Grenzhäuschen – wir hatten unmittelbar an der französischen Grenze geparkt, welche wir im Laufe der Tour auch immer mal wieder überschreiten sollten. Um die kalte Morgenluft zu vertreiben ging es direkt steil bergan. Freundlicherweise wurden wir auf dem Weg direkt darauf hingewiesen, dass das ursprünglich geplante Abschlusshighlight wegen Bauarbeiten geschlossen sei, so bauten wir es zu Beginn gleich ein, umrundeten die volleingerüstete Burg in der Hoffnung doch noch einen spannenden Blick darauf zu erhaschen. Wir wurden lediglich mit Dornengestrüpp belohnt und begaben uns zurück auf den ursprünglich Pfad. Zum Warmlaufen und Infoaustausch störten die anfänglich breiten Wege wieder hinab ins Tal diesmal nicht, auch wurden wir mit Sonnenschein und schönen Ausblicken belohnt. Der zweite Aufstieg wärmte wieder bis zum nächsten Halt „Pfaffenfels“. Auch hier ein herrlicher Ausblick aber noch recht frisch. Schon bald darauf auf schmalem Pfad ein kleiner Ausblick auf dem Bruderfelsen, der aber doch weitestgehend zugewachsen war. Tour und Wetter in Kombination waren heute recht tückisch. Bei jedem Aufstieg geriet man kräftig ins Schwitzen, oben angekommen und der Jacke entledigt, zog es dann wieder recht kalt. Auf dem Zigeunerfelsen jedoch hatten wir Glück. Schon der Anblick dieser wagemutigen Treppe lies mein Herz höher schlagen. Rot leuchtete die Felsformation in die man eine abenteuerliche Treppen hineingeschlagen hatte. Völlig herausgebrochene Stücke waren mit einer alten, teilweise wackeligen Holzstiege ersetzt, zwei Stufen durch Eisenplatten ersetzt und zu guter Letzt fehlten sie bis auf kleine Ecken völlig und man musste das Geländer zum hoch bzw. runterhangeln verwenden. Oben empfing uns nicht nur ein grandioser Ausblick mit Schäfchenwölkchen, es war windstill und warm. Der ideale Platz für ein Vesper zum Stärken für die noch verbleibenden Anstiege. Der Rückweg dieses kleinen Abstechers führte über einen herrlichen Pfad über Wurzeln, moosige Spuren und weitere spannende Felsformationen über den Almenfels zurück auf den ursprünglichen Weg.
      Die wunderschöne Froensburg konnte man schon von weitem sehen und wir freuten uns, dass wir hierhin nicht wieder ins Tal steigen mussten sondern auf gleicher Höhe am Berg entlang geführt wurden. Zu unserer großen Enttäuschung war diese Burg dann ebenfalls gesperrt, diesmal wegen brütender Vögel. Die Hoffnung nicht ganz aufgebend, doch noch ein paar interessante Einblicke zu erlangen stiegen wir den schmalen Pfad hinab, der um die Burg herumführt. Hier waren einige Treppen in den Fels gehauen (nicht begehbar) ein anhängender Raum zu entdecken und auf der anderen Seite führte schliessliche eine phantastische Treppe bis auf die Felsenburg hinauf. Soweit es eben ging, nahmen wir die Treppe, bemühten dann das Zoom und waren einigermaßen zufrieden mit der Ausbeute. Um nicht den ganzen Weg zurück gehen zu müssen, schlugen wir uns dann querfeldein bergauf zurück auf den eigentlichen Pfad. Dieser, wie konnte es anders sein, führte zunächst zurück ins Tal um dann anschliessend wieder steil hinauf zum Chateau Fleckenstein zu gehen. Was für ein gigantischer Bau. Schon die Rückseite beindruckte durch ihre schiere Größe. Ein gewaltiges Bauwerk in mehreren Stockwerken. Man konnte Treppen, Terrassen und Türme sehen und wir fieberten der Besichtigung dieses besonderen Highlights entgegen. Leider wieder nichts. Die eingezäunte und kostenpflichte Burg ist wegen Corona geschlossen. Das daran angeschlossene Freizeitzentrum mit Picknickhütte, Touristenshop, Café usw. lies uns erahnen, was hier bei geöffneten Pforten los gewesen wäre. Für die Burg Fleckenstein und die Froensburg steht definitiv ein zweiter Besuch an wenn Corona, die Brutzeit und die Touristenströme sich verzogen haben. Etwas enttäuscht über die drei geschlossenen Burgen stapften wir weiter…. Felsenwege hatte ich schon einige gesehen aber dieser hier hatte es wirklich in sich. Er hätte gerne auch Wurzelweg heißen können. Besonders steil über von Wurzeln gebildete Stufen suchte man sich seinen Weg um ganz oben die Kuppe eines gewaltigen Felsens zu erreichen. Von diesem hatte man einen grandiosen Blick auf die direkt stehende Felsnadel, an der sich zwei Kletterer verlustierten, und dahinter die Burg Fleckenstein. Und das alles über einen moosigen Felsenpfad. Einfach nur herrlich.
      Uns bereits auf dem Rückweg wägend noch schnell der Abstecher zum Krappenfels … und wieder ein herrlicher Blick auf die Burg Fleckenstein und ein schöner Felsvorsprung auf dem man testen konnte, wie es sich anfühlt die Beine tief über dem Abgrund baumeln zu lassen. Schon erstaunlich was der Kopf mit einem so macht. Als ob die Füße spüren würden, dass sich unter ihnen nicht nur ein Meter Luft befindet. Unser zum Endspurt geholter Schwung wurde jäh mit einem Feuerwerk an weiteren Highlights ausgebremst. Erst nur ein riesiger Fels in Sicht, entpuppte er sich als weitere Felsenburg (Ruine Loewenstein) die aus zwei Felsen besteht, die mit einigen Treppen erklommen werden können und einer schmalen Holzbrücke dazwischen. Noch hocherfreut dem weiteren Pfad folgend erwartet uns die erst recht unscheinbar wirkende Hohenbourg, bei der es dann doch Unmengen zu entdecken gibt. Ich konnte mich gar nicht satt sehen und entdeckte immer weitere Winkel die erkundet werden wollten. Die nun noch übrigen 2 ½ Kilometer vergingen wie im Flug und die vielen Eindrücke sorgten dafür, dass ich auch auf der Heimfahrt noch nicht müde wurde.

      • 18. April 2021

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